Israelischer Ex-Premier warnt: Israel hat nicht die Fähigkeiten, den Iran anzugreifen

Israelischer Ex-Premier warnt: Israel hat nicht die Fähigkeiten, den Iran anzugreifen
Ehud Olmert, Jerusalem, Israel, 18. Juni 2008.
Die Gefahren für Israel bei einem Angriff des Iran sind weitaus größer als der mögliche Erfolg, warnte Ehud Olmert. Er zog auch einen Vergleich zu Syrien: "Was wir mit Syrien konnten, können wir nicht mit dem Iran." Netanjahu kündigte für Montagabend Nachrichten in Bezug auf den Iran an.

Die mahnenden Worte Olmerts an die israelische Regierung fielen im Rahmen einer "Jerusalem Post"-Konferenz am Sonntag in New York. Während seiner Zeit als Premierminister habe er davon abgesehen, iranische Nuklearanlagen anzugreifen, denn dies hätte das iranische Atomprogramm um nur zwei Jahre zurückgeworfen: 

Was wir mit Syrien konnten, können wir nicht mit dem Iran. Mit Syrien haben wir sie (eine angebliche Nuklearanlage) zerstört und wussten, es würde Zeit brauchen, um sie wieder aufzubauen. Mit dem Iran ist die Entfernung weiter, und sie ist auf verschiedene Stellen ausgeweitet, meistens unterirdisch. Die Möglichkeiten Israels, die Atomanlagen zu zerstören sind viel geringer, und es erfordert unterschiedliche Möglichkeiten."

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu (m.), Geheimdienst- und Verkehrsminister Israel Katz (l.) sowie Kabinettsminister Tzachi Braverman (r.) stoßen anlässlich des damals bevorstehenden jüdischen Passahfestes auf der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem am 9. April 2017 an.

In Syrien ordnete Olmert 2007 einen Luftschlag auf syrische Positionen an, von denen Israel behauptete, dass es sich um einen Atomreaktor gehandelt habe. Syrien hat als Unterzeichner des NPT-Abkommens immer wieder bestritten, dass es sich um eine Nuklearanlage handelt. Die Regierung in Damaskus gab bekannt, es habe sich um eine Militäranlage gehandelt, die sich noch im Bau befand. 

Auf Fragen zum Nuklearabkommen reagierte Olmert mit Vorsicht. Weder Trump noch Netanjahu wollte er entsprechen: 

Ich bin mir nicht sicher, ob Trump richtig liegt. Wenn es eine Alternative gibt, dann ändert es. Falls nicht, beeilt euch, das Abkommen nicht zu ändern."

Dem Iran wird vorgeworfen, in Syrien, dem Libanon, dem Irak und im Jemen Fuß fassen zu wollen. Der israelische Geheimdienstler Israel Katz forderte den Iran auf, sich aus Syrien zurückzuziehen: 

Der Iran muss sich aus Syrien zurückziehen. Israel hat auf allen Ebenen eindeutig klargemacht, dass es dem Aufbau einer iranischen Front im Norden, in Syrien, nicht zustimmen wird. Wir werden alles unternehmen, was notwendig ist, und Israel wird weiterhin auf seinen roten Linien bestehen", erklärte Katz nach einem Raketenangriff auf iranische und syrische Stellungen in Hama und Aleppo."

Nach israelischen Medienberichten wird Benjamin Netanjahu sich am Montagabend zum Nuklearabkommen mit dem Iran äußern. Er kündigte "dramatische Nachrichten" in Bezug auf den Iran an. 

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