Erdogan kontert nach US-Sanktionsdrohungen wegen Russland-Kooperation: USA bedrohen Türkei in Syrien

Erdogan kontert nach US-Sanktionsdrohungen wegen Russland-Kooperation: USA bedrohen Türkei in Syrien
Der türkische Präsident Recep Erdogan hat die USA und andere NATO-Verbündete scharf dafür kritisiert, dass sie die Kurden-Miliz YPG unterstützen und sich auf sie verlassen, um in Syrien Fuß zu fassen. Er unterstrich, dass die Türkei die YPG als Bedrohung für ihre nationale Sicherheit betrachtet.

"Wir können mit unserem Geld keine Waffen von den USA kaufen, aber leider geben die USA und die Koalitionstruppen diese Waffen, diese Munition, kostenlos an terroristische Organisationen weiter", sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan in einem Interview mit dem türkischen Sender NTV.

"Woher kommt die Bedrohung? Sie kommt in erster Linie von strategischen Partnern", kritisierte das türkische Staatsoberhaupt seine NATO-Alliierten. Washington schicke weiterhin LKW- und Flugzeugladungen Waffen nach Nordsyrien, was für die Türkei inakzeptabel ist.

"Die USA schickten 5.000 mit Waffen beladene Lastwagen nach Nordsyrien", zählte Erdogan auf und wiederholte seine Besorgnis über die Sicherheit der türkischen Grenzen.

Am 20. Januar startete die Türkei eine grenzüberschreitende Offensive in Syrien mit dem Ziel, kurdische „Terroristen“ aus Afrin zu vertreiben. Der Angriff unter dem Namen Operation Olivenzweig hat die Beziehungen zwischen Washington und Ankara belastet.

Mit dem Ziel, die kurdische YPG aus weiteren Teilen der türkisch-syrischen Grenze abzudrängen, versuchte die türkische Armee, ihre Militäroperationen auf die syrische Region Manbidsch auszuweiten, wo die USA zahlreiche Militärstellungen unterhalten. Die USA und Frankreich torpedierten das türkische Ansinnen mit der Errichtung neuer Militärbasen, die die YPG in Manbidsch abschirmen. Ankara betrachtet die YPG als Syrien-Ableger der PKK, die wegen eines jahrzehntealten Krieges in Südost-Anatolien mit dem türkischen Staat als Terrororganisation gelistet wird.

Washington wiederum kritisiert die wachsende Kooperation der Türkei mit Russland und Iran als „Fehlausrichtung“. Ankaras Entscheidung, S-400 Luftverteidigungssysteme von Russland zu kaufen, setzt die Türkei möglichen US-Sanktionen aus, warnte der stellvertretende Außenminister Wess Mitchell kürzlich und bemerkte, dass „es im nationalen Interesse der USA liegt, die Türkei strategisch und politisch mit dem Westen in Einklang zu bringen“.

„Die Leichtigkeit, mit der die Türkei Absprachen mit dem russischen Militär getroffen hat, um den Start ihrer Operation Olive Branch im Distrikt Afrin zu erleichtern - Absprachen, an denen Amerika nicht beteiligt ist, ist sehr besorgniserregend“, gab der US-Beamte an. "Die Türkei hat in letzter Zeit ihr Engagement mit Russland und dem Iran verstärkt."