Sprecher von Macron: "Werden niemanden informieren, wenn wir Syrien angreifen"

Sprecher von Macron: "Werden niemanden informieren, wenn wir Syrien angreifen"
Falls die Entscheidung zum Angriff getroffen werde, würde Paris Luftangriffe auf Syrien nicht im Voraus ankündigen, sagte der französische Regierungssprecher einen Tag, nachdem Präsident Emmanuel Macron angekündigt hatte, einen Angriff auf das Land zu erwägen.

"Wenn die Regierung beschließt, [Syrien] zu bombardieren, werde ich es Ihnen nicht sagen, der Präsident der Republik wird es Ihnen nicht sagen", sagte Regierungssprecher Christophe Castaner am Freitag im Gespräch mit dem Fernsehsender BFM TV. Er erklärte, dass die Luftangriffe nicht öffentlich angekündigt würden, da dies das Leben französischer Soldaten, die in Syrien operieren, gefährden könne.

Nach Angaben des Sprechers wird Paris zu gegebener Zeit sowohl die Nationalversammlung als auch den Senat im Parlament informieren. "Es ist jedoch wichtig, dass die Luftangriffe geheim gehalten werden, da der Schutz der Interessen Frankreichs auf dem Spiel steht", fügte er hinzu.

Castaner merkte an, dass der Angriff "unter den richtigen Bedingungen" durchgeführt werde, ohne auf weitere Details einzugehen. "Es gibt Diskussionen auf der internationalen Bühne. Wenn Luftangriffe stattfinden, werden sie koordiniert."

Die Möglichkeit französischer Militärschläge auf Syrien ist seit Donnerstag, als Emmanuel Macron die Erwägung militärischer Schritte verkündete, ein heißes Thema. Das französische Staatsoberhaupt beeilte sich, der syrischen Regierung die Schuld für den angeblichen Einsatz chemischer Waffen im Damaszener Vorort Duma am Samstag zu geben, ohne Beweise oder Quellen zu liefern.

Die Ankündigung erfolgte, noch bevor ein Team der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) den Ort des angeblichen Angriffs erreichte. Die einst von islamistischen Aufständischen gehaltene Enklave wurde nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums am Donnerstag von syrischen Regierungstruppen vollständig befreit.

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Der angebliche Vorfall in Duma, das zehn Kilometer von Damaskus entfernt liegt, wurde von den Aufständischen und der umstrittenen Organisation "Weißhelme" vermeldet. Beim Vorfall kamen angeblich Dutzende Menschen ums Leben, heißt es.

Der Westen zeigte schnell mit dem Finger auf die syrische Regierung, die die Vorwürfe zurückgewiesen hat. Sowohl Damaskus als auch Moskau fordern eine internationale Untersuchung des angeblichen Angriffs. Das russische Militär sagt, dass der Vorfall inszeniert worden sein könnte, da russische Einheiten in der Region keine Spuren von chemischen Waffen gefunden hätten. Moskau erinnerte daran, dass es in den vergangenen Monaten wiederholt vor Angriffen unter falscher Flagge gewarnt hatte.

Frankreich ist nicht das einzige Land, das mit einem Angriff auf Syrien droht. US-Präsident Donald Trump warnte die syrische Regierung, dass sie einen "hohen Preis" für Duma zahlen müsse, und auf Twitter versprach er in martialischen Worten, dass US-Raketen "kommen werden, schön, neu und smart". Später versuchte er, seinen rätselhaften Tweet zu klären, indem er sagte, er habe nie angegeben, wann genau die USA einen Angriff auf Syrien durchführen werden.

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