US-Verteidigungsminister: Haben keinen tatsächlichen Beweis für Giftgaseinsatz in Syrien

US-Verteidigungsminister: Haben keinen tatsächlichen Beweis für Giftgaseinsatz in Syrien
US-Verteidigungsminister James Mattis während der Anhörung im US-Kongress am Donnerstag.
US-Verteidigungsminister James Mattis erklärte im US-Kongress am Donnerstag, dass das US-Militär gegenwärtig über keine tatsächlichen Beweis für einen Chemiewaffeneinsatz mit Sarin oder Chlorgas in der syrischen Stadt Duma verfügt.

Gegenüber dem Kongress sagte der US-Verteidigungsminister James Mattis:

Es gab eine Anzahl solcher Attacken. Wie Sie wissen haben wir in vielen Fällen keine Bodentruppen vor Ort, daher kann ich Ihnen nicht sagen, dass wir Beweise hatten, obwohl wir viele Hinweise durch Medien und Social Media hatten, dass entweder Chlor oder Sarin verwendet wurden.

Zum aktuellen Fall in Duma sagte Mattis, dass er zwar glaube, dass dort ein Chemiewaffenangriff stattfand, doch "wir suchen nach den tatsächlichen Beweisen". Mattis versprach dem Kongress, diesen zu informieren, sollte sich das Pentagon für einen Militärschlag gegen Syrien entschieden haben. 

Zuvor hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron gegenüber dem Sender TF1 behauptet, über Beweise eines Giftgaseinsatzes zu verfügen:

Wir haben den Beweis, dass Chemiewaffen verwendet wurden, zumindest Chlor, und dass sie vom Regime von Baschar al-Assad verwendet wurden.

Einen Zeitpunkt für eine Entscheidung über einen möglichen Militärschlag gegen das syrische Militär nannte er jedoch nicht, erklärte aber:

Wir müssen Entscheidungen treffen, zu gegebener Zeit, wenn wir das für am nützlichsten und wirksamsten halten.

Ebenso wies Macron auf eine enge Abstimmung mit US-Präsident Donald Trump hin:

Unsere Teams arbeiten sehr eng zusammen.

Laut islamistischen Aufständischen wurden am vergangenen Samstag bei einem Chemiewaffeneinsatz in Duma Dutzende Zivilisten getötet. Westliche Staaten, darunter Deutschland, machen Damaskus dafür verantwortlich. Moskau spricht hingegen von einem inszenierten Vorfall.

US-Präsident Donald Trump hatte am Montag angekündigt, innerhalb der nächsten 24 bis 48 Stunden eine "wichtige Entscheidung" hinsichtlich eines gegen Syrien gerichteten Militärschlags zu treffen.

Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) will nach russischer und syrischer Initiative ein Ermittlungsteam nach Duma entsenden, um den Sachverhalt vor Ort zu untersuchen.

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