Plage oder Segen von oben? Israel wirft Millionen von Fliegen rund um Gaza ab

Plage oder Segen von oben? Israel wirft Millionen von Fliegen rund um Gaza ab
Fruchtfliegen im Labor der IAEA in Seibersdorf, Österreich, 14. Oktober 2009.
Jede Woche fliegt die israelische Regierung in den Gazastreifen, um dort Millionen Fliegen über landwirtschaftlichen Anbauflächen abzuwerfen. Was nach einer menschengemachten Plage klingt, ist Teil eines Projekts, um die Mittelmeerfruchtfliege auszulöschen.

Die 33 Millionen Fliegen, die nach Gaza geflogen werden, sind allesamt männlich und befinden sich auf dem Höhepunkt der Geschlechtsreife. Im Labor aber wurden sie unfruchtbar gemacht. Sie sollen den Kampf gegen die Mittelmeerfruchtfliege (Ceratitis capitata) aufnehmen, indem sie sich mit deren Weibchen paaren. Die weiblichen Fruchtfliegen bevorzugen im Vergleich zu ihren Artgenossen die Männchen aus dem Labor. Auf diese Weise wird das Entstehen einer neuen Generation von Fruchtfliegen verhindert, denn die Fliegen legen unfruchtbare Eier. 

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Im Obst- und Gemüseanbau gelten sie als Schädling. Die Larven der Fruchtfliegen entwickeln sich im Fruchtfleisch und Pflanzengewebe. In Mitteleuropa konnte die Mittelmeerfruchtfliege bisher keine Population aufbauen. 

Diese Methode hat den umweltschonenden Vorteil, dass 33 000 Liter an chemischen Pestiziden eingespart werden und nicht in den Boden gelangen. Hergestellt werden sie von der israelischen Firma Bio Bee, beheimatet im Kibbuz Sde Eliahu nahe Bet Schean. Die Sterilisation erfolgt mithilfe radioaktiver Strahlung. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) finanziert das Projekt mit. Ähnliche Projekte gibt es zur Züchtung von Mücken gegen Malaria oder gegen die Tsetse-Fliege, deren Erreger die Schlafkrankheit verursacht. 

Die sterilen Fliegen sind lediglich Teil einer ganzen Reihe von Insekten, welche die Firma produziert. Bio Bee kreiert auch Bienen und andere Insekten und Parasiten gegen Schädlinge. Die sterilisierten Fliegen wurden auch bereits nach Kroatien geliefert.

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