icon bookmark-bicon bookmarkicon cameraicon checkicon chevron downicon chevron lefticon chevron righticon chevron upicon closeicon v-compressicon downloadicon editicon v-expandicon fbicon fileicon filtericon flag ruicon full chevron downicon full chevron lefticon full chevron righticon full chevron upicon gpicon insicon mailicon moveicon-musicicon mutedicon nomutedicon okicon v-pauseicon v-playicon searchicon shareicon sign inicon sign upicon stepbackicon stepforicon swipe downicon tagicon tagsicon tgicon trashicon twicon vkicon yt

T-Shirt mit SS-Bezug: Österreichischer Diplomat aus Israel zurückgerufen

T-Shirt mit SS-Bezug: Österreichischer Diplomat aus Israel zurückgerufen
Das österreichische Außenministerium hat einen temporären Mitarbeiter seiner Botschaft in Israel zurückgerufen, nachdem dieser ein Foto von sich in einem T-Shirt mit dem Namen einer SS-Panzerdivision aus dem Zweiten Weltkrieg auf Facebook veröffentlicht hatte.

Das Wochenmagazin Falter hatte einen Artikel über den Botschaftsmitarbeiter Jürgen-Michael Kleppich veröffentlicht, der im grünen Hemd mit dem Aufdruck "Stand your ground" und "Frundsberg" in Israel posiert hatte. Frundsberg ist ein Hinweis auf die 10. SS-Panzerdivision im Zweiten Weltkrieg. Die Division war nach dem deutschen Landsknechtsführer Georg von Frundsberg zu Beginn des 16. Jahrhundert benannt. Der Facebook-Account von Kleppich ist inzwischen gelöscht.

Das umstrittene Hemd wird von Phalanx Europa verkauft, einer Bekleidungsmarke, die sich auf patriotische Bekleidung spezialisiert hat und sich selbst als Online-Shop für die Identitäre Bewegung im deutschsprachigen Raum vermarktet. Falter berichtete auch, dass Kleppich zuvor ein Foto seines Großvaters in einer Uniform aus der Zeit des Nationalsozialismus veröffentlicht hatte.

Kleppich, der in der Zeit von Januar bis April in der Botschaft in Israel als Karenzvertretung arbeiten sollte, sei mittlerweile nach Wien gerufen worden, um "alle Umstände zu klären", sagte die österreichische Außenministerin Karin Kneissl dem Fernsehsender ORF sagte. "Wenn es eine disziplinarische Ursache gibt, wird ein Disziplinarverfahren eingeleitet", sagte sie.

Ayelet Shaked, Jerusalem, Israel, 17. Mai 2015.

Der als Assistenzkraft im so genannten "Springer-Pool" beschäftigte Kleppich, der in früheren Jahren unter anderem auch in der österreichischen Botschaft in Damaskus tätig gewesen sein soll, ist Mitglied und Kommunalpolitiker der rechtspopulistischen Freiheitlichen Partei Österreich (FPÖ), die Teil der aktuellen österreichischen Koalitionsregierung ist.

Außerdem gehört er zur deutschnationalen Mittelschulverbindung Vandalia und pflegt auch seit mehreren Jahrzehnten enge Kontakte ins akademische burschenschaftliche Milieu. Kritiker werfen den schlagenden Korporationen in Österreich vor, regelmäßig auch Personen mit extremen politischen Ansichten und Sympathien zur nationalsozialistischen Ideologie einen sicheren Rückzugsraum zu bieten. Der damalige liberale FPÖ-Bundesvorsitzende Norbert Steger verwendete bereits in den 1980er Jahren den Begriff der "Kellernazis", die es angeblich in der Partei gäbe.

Die Parteiführung bemüht sich seit längerer Zeit, die FPÖ für Personen mit extremen Ansichten unattraktiv zu machen. Der Fall Kleppich markierte aber nicht das erste Mal, dass Personen aus dem Umfeld der FPÖ wegen Anspielungen auf den Nationalsozialismus in die Schlagzeilen gelangt waren. Anfang dieses Jahres war bereits der vormalige Spitzenkandidat der niederösterreichischen FPÖ zur Landtagswahl, Udo Landbauer, zurückgetreten, nachdem seine Zugehörigkeit zu einer Burschenschaft zum Thema geworden war, in deren Räumlichkeiten ein Liederbuch mit extremistischen Texten zum Holocaust geführt wurde.

Kleppich sagte damals zu dem Rücktritt auf Facebook: "Das hast Du nicht verdient, Udo Landbauer." Damals war Kleppich laut Falter bereits offizieller Vertreter Österreichs im Heiligen Land.

Diese Webseite verwendet Cookies. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren

Cookies zulassen