Israel: Französischer Konsulatsmitarbeiter gesteht Waffenschmuggel von Gaza ins Westjordanland

Israel: Französischer Konsulatsmitarbeiter gesteht Waffenschmuggel von Gaza ins Westjordanland
Französisches Generalkonsulat Jerusalem, Israel, 19. März 2018.
Der israelische Inlandsgeheimdienst bestätigte, dass ein Fahrer des französischen Konsulats in Jerusalem seine Tätigkeit missbraucht habe, um Waffen von Gaza ins Westjordanland zu schmuggeln. In Israel wurde eine Nachrichtensperre über den Fall verhängt.

Bei dem Angestellten soll es sich um einen 24 Jahre alten Mann namens Roman Frank handeln, der im französischen Konsulat Jerusalems als Fahrer angestellt war. Für den Schmuggel nutzte er Konsulatsfahrzeuge und wollte sich durch den Transport finanziell bereichern. Zuerst berichtete die französische Zeitung Le Figaro über den Fall, der israelische Geheimdienst bestätigte die Berichte. Am 19. Februar wurde er zusammen mit einem Wachmann des Konsulats und Illegalen in Gaza festgenommen. Das Gerichtsverfahren gegen sie soll an diesem Montag beginnen.

Insgesamt geht es um den Schmuggel von 70 Pistolen und zwei Gewehren. Da er ein diplomatisches Fahrzeug fuhr, entging Frank schärferen Kontrollen. Ein Anwohner Gazas, der für ein französisches Kulturinstitut arbeitete, händigte ihm die Waffen aus. Frank transportierte die Schmuggelware ins Westjordanland, ein Waffenhändler nahm sie entgegen.

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Die französische Botschaft veröffentlichte eine Stellungnahme: 

Die Behörden Frankreichs betrachten den Fall, in welchem einer der Angestellten des französischen Generalkonsulats in Jerusalem verdächtig ist, mit ernsthafter Sorge. Die Behörden Frankreichs kooperieren mit den israelischen Behörden. 

Generalmajor Yoav Mordechai kommentierte den Vorfall folgendermaßen: 

Dies ist ein ernstzunehmender Zwischenfall, der die zynische und permanente Nutzung ausländischer Hilfsnetzwerke durch die terroristische Infrastruktur mit einschließt.

Die Vergabe von Lizenzen müsse strikter gehandhabt werden, so Mordechai. Die Beziehungen zwischen Israel und Frankreich werde der Fall nicht belasten, zitiert die israelische Zeitung Haaretz einen Vertreter der israelischen Regierung. Die Zeitung kritisiert, dass Israel eine Nachrichtensperre verhängt habe, während über den Fall in Frankreich ausführlich berichtet werde. Und dies, obwohl der israelische Inlandsgeheimdienst Shin Bet diesen bestätigte. 

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