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Hunderte palästinensische Minderjährige in Israels "Krieg gegen Kinder" inhaftiert

Hunderte palästinensische Minderjährige in Israels "Krieg gegen Kinder" inhaftiert
Palästinenser ringen mit israelischen Soldaten im Protest gegen jüdische Siedlungen, Dorf von Nabi Saleh im Westjordanland, 28. August 2015.
Die junge Palästinenserin Ahed Tamimi ist zur Ikone der palästinensischen Protestbewegung gegen die "israelische Besatzung" geworden. Ihr droht eine zehnjährige Haftstrafe. Aber neben Tamimi gibt es noch Hunderte weitere Minderjährige, die derzeit in israelischen Gefängnissen einsitzen.

Im vergangenen Dezember schlug Ahed Tamimi einem israelischen Soldaten ins Gesicht. Jetzt drohen ihr zehn Jahre Haft. Eine Entscheidung in ihrem Fall wird es diesen Monat vor Gericht geben. Tamimis Fall ist alles andere als ein Einzelfall. Laut B'Tselem (dem israelischen Informationszentrum für Menschenrechte in den besetzten Gebieten) befanden sich Ende 2017 352 palästinensische Minderjährige in israelischen Gefängnissen. Dieser Trend ist seit dem Jahr 2014 dramatisch angestiegen. Im Dezember dieses Jahres waren 156 Kinder inhaftiert, bis Ende 2015 waren es 450.

Um mehr über die Verhaftungen Minderjähriger zu erfahren, sprach RT mit dem palästinensischen Fotojournalisten Mohammad Al-Azza. Er lebt und arbeitet im Flüchtlingslager Aida, etwa zwei Kilometer nördlich der Stadt Bethlehem. Er dokumentiert die fast täglichen Angriffe von IDF-Soldaten, die regelmäßig Tränengas und Gummigeschosse, die in Hartplastik eingefasst sind, gegen Kinder und Erwachsenen einsetzen. 

Demonstranten protestieren vor Benjamin Netanjahus Wohnhaus gegen den israelischen Premier.

Al-Azza wurde mehr als einmal angeschossen, weil er laut seiner eigenen Aussage einfach seinen Job machte. Im Jahr 2013 traf ihn ein Gummigeschoss knapp unter seinem rechten Auge ins Gesicht. Er erlitt schwere Verletzungen, die dazu führten, dass er sich einer rekonstruktiven Operation unterziehen musste. Im Camp leben etwa 5.500 Menschen, von denen die Hälfte Kinder sind. Laut Mohammad wird eine unverhältnismäßig hohe Anzahl von Jugendlichen im Vergleich zu Erwachsenen in Haft genommen. Die palästinensische Menschenrechtsorganisation Addameer ist der Ansicht, dass das ein systematisches Vorgehen der israelischen Regierung darstellt. Adameer:

Solche Ereignisse und Verhaftungen treten seit Oktober 2015 immer häufiger auf. Es ist sicher zu sagen, dass der Trend bei den Verhaftungen von Kindern deutlich nach oben geht [...] Wir haben tatsächlich einen Rückgang der gesamten Gefängnispopulation festgestellt, aber einen enormen Anstieg der Anzahl der festgenommener Kinder.

Razzien vor der Morgendämmerung sind eine häufig verwendete Taktik des IDF, bei der schwer bewaffnete Soldaten die Türen palästinensischer Häuser eintreten und verängstigte Kinder aus ihren Betten im Schutz der Dunkelheit ziehen, bevor sie sie einsperren, manchmal monatelang. Al-Azza beschreibt weiterhin die Verhaftung von zwei Brüdern, einem 12- und einem 14-Jährigen. Diese Jungen werden wie die meisten Kindergefangenen mitten in der Nacht aus ihren Häusern geholt.

Diese Kinder waren verängstigt, sie weinten, und ihre Eltern fragten die Armee, ob sie sie in die Kaserne begleiten könnten, aber die Armee lehnte sogar diese Bitte ab.

Und weiter:

Nach ihrer Freilassung erzählten die Jungen Al-Azza von ihrer Tortur: Sie [IDF-Truppen] haben sie angeschrien, sie in Handschellen gelegt und ihnen die Augen verdeckt. Sie behandelten sie wie Erwachsene. Es gibt keinen Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen in ihren Augen. Während des Verhörs fragen sie nach Demonstrationen, wenn sie an Protesten gegen die Armee teilnehmen. Und wenn die Kinder "Nein" sagen, verängstigen sie sie auf verschiedene Arten. Sie haben sie angeschrien und ihnen gesagt, dass sie Fotos von ihnen hätten und schlugen sie. Die Kinder gestehen folglich Dinge, die sie nie getan haben, nur damit diese Tortur aufhört. Am Ende wurden die Jungen angeklagt, Steine ​​geworfen und zu jeweils drei Monaten Gefängnis verurteilt zu haben.

Trump und Netanjahu im Weißen Haus.

Leider sind das die Glücklichen. Im Januar diesen Jahres wurden vier Kinder von der IDF erschossen. Al-Azza berichtet über das jüngsten Fall, als ein Kind namens Abed al-Rahman im Flüchtlingslager Aida getötet wurde:

Das letzte Kind wurde vor meinen Augen getötet. Zu behaupten, dass es einen triftigen Grund dafür gibt, dass die Armee scharfe Munition benutzt, dafür gibt es keine Grundlage. Es gibt überhaupt keinen Grund dafür. Der letzte Junge [Abed al-Rahman], der im Oktober 2015 getötet wurde, stand direkt neben dem UN-Büro im Lager. Es gab überhaupt keine Soldaten auf der Straße, sie waren im Wachturm, etwa 200 Meter entfernt. Plötzlich hörte ich drei Schüsse, der erste traf die Straße, der zweite traf einen anderen Jungen im Bein und der dritte traf Abdel im Herzen, er verstarb auf der Stelle.  

Al-Azza sagte RT, dass er glaube, dass es kein Unfall war:

Ich habe ein Foto von den Soldaten, die ihn erschossen haben und ich habe es der UN überreicht [...] Er benutzte nicht die Standard-Ausgabe M-16, er benutzte eine Scharfschützenpistole, er wusste sehr genau, was er tat. Es bestand keinerlei Gefahr für das Leben dieses Soldaten, um ihn dazu zu bringen, lebende Kugeln zu benutzen. Das ist nicht der erste Fall im Lager, das passiert in ganz Palästina.

In einem Brief an Human Rights Watch (HRW) aus dem Jahr 2015 zu den Festnahmen von Minderjährigen sagte das israelische Militär:

Alle relevanten Behörden handeln in Übereinstimmung mit dem Gesetz und den geltenden operativen Anweisungen, während sie sicherstellen, dass der Verdächtige alle zur Verfügung stehende Rechte und Garantien erhält. 

Tötungen wie die von Abed al-Rahman, so Mohammad, widersprechen den Behauptungen des Militärs und lassen das palästinensische Volk machtlos zurück. Sie gehen protestierend auf die Straße und flehen die UNO an, etwas zu tun, aber mit wenig Erfolg. "Die Israelis wissen, dass sie am Ende niemand aufhalten wird", sagt Al-Azza.

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