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Zwischen den Fronten: "USA haben den Kurden nichts zu bieten, außer endlose und blutige Konflikte"

Zwischen den Fronten: "USA haben den Kurden nichts zu bieten, außer endlose und blutige Konflikte"
US-gestützte Milizen in Syrien hätten ihre Prioritäten auf die türkisch geführte Offensive in Afrin umgestellt, anstatt IS-Terroristen zu bekämpfen, so das Pentagon. Es kündigte eine "Pause" der Bodenoperation in Ostsyrien an. RT Deutsch sprach dazu mit mehreren Experten.

von Ali Özkök

Die von der Kurdenmiliz YPG dominierten "Demokratischen Kräfte Syriens", kurz SDF, die von den USA maßgeblich unterstützt werden, machten in einer Stellungnahme Anfang der Woche ihre Enttäuschung über die Vereinigten Staaten publik. Im gleichen Atemzug erklärte die SDF, dass sie Kämpfer von den Frontlinien in der ölreichen Provinz Deir ez-Zor abziehe, wo man sich erbitterte Kämpfe mit der syrischen Armee und dem "Islamischen Staat" geliefert hatte. Stattdessen verlege die Miliz ihre Truppen an die Front in Afrin, wo sie gegen die vorrückende türkische Armee und ihre syrischen Verbündeten unter den Rebellen kämpfen.

Am Montag bestätigte der Sprecher des Pentagon, Oberst Robert Manning, dass die türkische Offensive den von den USA geführten Kampf gegen Terroristen des "Islamischen Staates" vor Ort beeinträchtigt habe, was zu einer "operationellen Pause" geführt habe.

Die Entscheidung wäre nicht getroffen worden, heißt es in der SDF-Erklärung, "wenn es der internationalen Gemeinschaft gelungen wäre, die türkische Aggression einzudämmen und wirklichen Druck auszuüben", um die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan dazu zu bewegen, "ihren Wahnsinn innerhalb unserer syrischen Grenzen zu stoppen". Am 20. Januar startete die Türkei mit Hilfe der sogenannten Freien Syrischen Armee (FSA) die "Operation Olivenzweig" in der Kurdenregion Afrin.

Laut Ankara wurden über 3.000 YPG-Kämpfer im Rahmen der "Operation Olivenzweig" neutralisiert. Nach Angaben der Türkei haben pro-türkische Rebellen 157 Siedlungen eingenommen, darunter fünf Städte, 112 Dörfer, 30 strategisch wichtige Berge und Hügel sowie eine YPG-Militärbasis.

US-unterstützte Kurdenmiliz und NATO-Armee bekriegen sich in Syrien

"Es ist eine außerordentliche Situation, weil Sie eine US-Stellvertretermiliz in Syrien auf der einen Seite haben, also die Kurden, die das Schlachtfeld verlassen, um einen US- und NATO-Verbündeten, die Türkei, zu bekämpfen", erklärte Daniel McAdams, Exekutivdirektor des Ron Paul Institute, im Gespräch mit RT.

Der türkische Politikwissenschaftler am Staatlichen Moskauer Institut für Internationale Beziehungen, Mehmet Perinçek, der auch der Sohn des Parteivorsitzenden der türkischen Vatan-Partei ist, kritisierte gegenüber RT, die Kurden in Syrien würden von den USA für eigennützige geopolitische Erwägungen instrumentalisiert. Er sagte:

Die USA haben den Kurden nichts zu bieten, außer endlose und blutige Konflikte mit den Menschen, mit denen sie seit vielen Jahrhunderten zusammenleben. Die USA bieten auch keinen unabhängigen Staat an. Kurdistan wird nicht der "Staat der Kurden" sein. Das Gebiet wird nur der militärische Stützpunkt der USA gegen die Länder der Region sowie gegen Russland und China sein.

"Wir alle wissen, dass die Politik der USA nicht zuverlässig ist", warnt der Nahost-Experte. "Washington ist in der Lage, die Kurden einfach so fallen zu lassen, nachdem sich die Kurden gegen alle Länder der Region gewandt haben."

Die türkische Operation in Afrin hat die Beziehungen zwischen den USA und einem ihrer wichtigsten NATO-Verbündeten stark belastet. Ankara betrachtet die kurdische Miliz YPG als verlängerten Arm der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK), die in der Türkei als terroristische Organisation gelistet ist. Die Türkei ist seit langem besorgt über die Autonomieambitionen der Kurden, die mithilfe des Pentagon die Kontrolle über riesige Gebiete in Nordsyrien erlangten. Die Spannungen haben sich weiter verschärft, seit die USA angekündigt haben, die Schaffung einer 30.000 Mann starken Grenzsicherungstruppe zu unterstützen, die zur Hälfte aus kurdisch geführten Kräften rekrutiert werden soll.

"Trotz Ankaras Einwänden ist Washington weiterhin entschlossen, die SDF zu nutzen, um ihre Ziele in Syrien zu erreichen. Das Wesen unserer Mission in Syrien hat sich nicht verändert", sagte Manning am Montag und bekräftigte, dass die SDF ein "wichtiger Partner" vor Ort in Syrien bleibe.

"Die USA sind keine Freunde der Türkei, sondern ein Feind", unterstrich Mehmet Perinçek gegenüber RT, obwohl die Türkei ein langjähriges Mitglied der NATO ist. "Die USA unterstützen direkt den Separatismus. Deshalb müssen amerikanische Militärstützpunkte in der Türkei unverzüglich geschlossen werden. Dies steht in direktem Zusammenhang mit den nationalen Interessen der Türkei."

Perinçek ist der Meinung, dass das Astana-Format auch ein alternatives und regionales Allianz-Konstrukt für Ankara sein könnte. Der Politik-Analyst teilte RT mit:

Die USA sind nicht unbesiegbar. Wenn die Türkei, Russland, der Iran und andere regionale Länder zusammenarbeiten, können sie dieses Problem leicht lösen. Auch muss die Türkei wieder mit Damaskus zusammenarbeiten, um die territoriale Integrität Syriens zu wahren.

USA bauen neue Rebellen- und YPG-Armee in Ostsyrien auf

Nach der faktischen Niederlage des "Islamischen Staates" in Syrien scheinen die USA zu versuchen, ihre militärische Präsenz in dem vom Krieg zerrütteten Land umzustrukturieren. Im Februar wurde in einem militärischen Dokument für das Haushaltsjahr 2019 die Schaffung einer neuen Armee aus Elementen der sogenannten "Vetted Syrian Opposition (VSO)" angedacht. Diese sogenannte Opposition operierte in der Vergangenheit in Form von verschiedenen Rebellen-Formationen in Südsyrien.

Laut einem Bericht mit dem Titel "Rechtfertigung für das GJ 2019 Kontingenz-Operationen in Übersee (OCO)" wird die Personalstärke der "Vetted Syrian Opposition" bis Oktober 2018 auf insgesamt etwa 60.000 bis 65 000 geschätzt.

Das Dokument erklärt, dass etwa 30 000 Kämpfer "laufende Kampfeinsätze" gegen die verbliebenen IS-Gebiete im Mittleren Euphrat-Tal durchführten, während weitere 35 000 Mann in "befreiten Gebieten" für innere Sicherheit sorgten.

Die Schaffung einer neuen militärischen Struktur von eher fragwürdiger Legalität, die etwa der Größe der kanadischen Streitkräfte entspricht, ist ein kostspieliges Unterfangen. Das Pentagon verlangt von der Trump-Regierung 300 Millionen US-Dollar, um die neuen Einheiten in Ostsyrien aufzustellen.

Das Pentagon plant, den Großteil der neuen Finanzmittel für die Bewaffnung der Streitkräfte auszugeben. Fast 50 Millionen US-Dollar werden für den Kauf von AK-47-Gewehren, PKM-Maschinengewehren sowie RPG-7-Granatwerfern bereitgestellt. Mörserwerfer und Scharfschützengewehre stehen ebenso auf der Einkaufsliste wie Handgranaten, verschiedene Fahrzeugtypen und Tonnen von Munition.

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