Iranischer Außenminister: USA sind besessen und handeln aus kurzsichtigem Eigeninteresse in Syrien

Iranischer Außenminister: USA sind besessen und handeln aus kurzsichtigem Eigeninteresse in Syrien
Dem iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif zufolge seien die US-Aktivitäten in Syrien scheinen von "Besessenheit" und offenem "Profitstreben" getrieben zu seinEr warnte davor, dass Washington der Region langfristigen Schaden zufügen könnte.

Diese Kritik an Washington äußerte Dschawad Sarif am Montag bei einer Diskussion über Nahost-Themen und Russlands Rolle in der Region, die vom Moskauer Waldai-Klub veranstaltet wurde. Der iranische Offizielle äußerte große Besorgnis über die anhaltende Eskalation der Spannungen in Syrien.

"Wir sehen eine neue Welle ausländischer Intervention und Besatzung, vor allem von den Vereinigten Staaten angetrieben - ich weiß nicht, wie ich es nennen soll, Besessenheit?", sagte er und fügte hinzu, Washingtons Ziel sei "Profitmacherei, [und] kurzsichtiges geo-ökonomisches Interesse, Territorium zu erobern".

Symbolbild

Dschawad Sarif verurteilte Washingtons Bewaffnung der kurdischen YPG-Miliz, die dazu führte, dass die Türkei eine Militäroperation in Syrien startete.

Die Verwendung von Stellvertretermilizen durch die Vereinigten Staaten ist gefährlich für diese Stellvertreter, für die Vereinigten Staaten und für die Region. Sie schafft eine Dynamik in unserer Region, die von Dauer sein wird und die Folgen für die nächsten Jahre haben wird.

"Die Ängste unserer türkischen Nachbarn, insbesondere bezüglich der US-Ambitionen in der Region, sind verständlich, aber das ist kein Weg, um mit diesen Ängsten umzugehen", sagte der iranische Minister. "Wir glaubten, dass diese Ängste am besten legitim und rechtmäßig durch die syrische Regierung bekämpft werden können. Und wir glauben, dass Einmärsche in fremde Territorien nicht zur Lösung des Problems beitragen werden."

Die Position des Iran wurde von Russland unterstützt, das die USA unter Berücksichtigung ihrer offensichtlichen Versuche, das Land zu spalten, als einen der Hauptfaktoren der Destabilisierung Syriens betrachtet.

Der russische Präsident Wladimir Putin und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan telefonierten am Montag. Sie diskutierten die laufende türkische Militäroperation im Nordwesten im Nordwesten Syriens und die Einrichtung neuer Beobachtungspunkte in Idlib, zitierte die Nachrichtenagentur Anadolu eine türkische Quelle aus dem Umfeld des Präsidenten.

Am Telefon vereinbarten Erdoğan und Putin weitere Zusammenarbeit und Koordinierung im Kampf gegen den Terrorismus. Auch sprachen beide Staatschefs über Verhandlungen von Damaskus über militärischen Schutz für die YPG-Miliz in Afrin.

"Ich glaube, dass alle Zusicherungen unserer US-amerikanischen Kollegen, dass ihr einziges Ziel in Syrien der Kampf gegen den Islamischen Staat und die Wahrung der territorialen Integrität Syriens ist, durch konkrete Maßnahmen bewiesen werden müssen", erläuterte der russische Außenminister Sergej Lawrow auf der gleichen Sitzung.

Er sagte, dass die USA bei der Verfolgung ihrer selbstsüchtigen Ziele "mit dem Feuer spielen" und das Wohlergehen der verschiedenen Gruppen schädigen, die in der Region leben, darunter auch der Kurden.

Symbolbild. Syrische Regierungstruppen nahe Deir ez-Zor.

"Wir unterstützen das gerechte Bestreben des kurdischen Volkes, in Übereinstimmung mit seinen Traditionen und seiner jahrhundertelangen Geschichte zu leben", sagte der russische Chefdiplomat. "Aber wir glauben, dass es falsch ist, wenn jemand dieses Streben dazu benutzt, egoistische politische Ziele zu erreichen, die nichts mit den Interessen der Kurden zu tun haben."

Im Anschluss an die Veranstaltung kritisierte Dschawad Sarif den von der Türkei präsentierten Vorschlag für einen gemeinsamen Truppeneinsatz mit den USA in der nordsyrischen Stadt Manbidsch, die gegenwärtig von der YPG-Miliz gehalten wird. Der Vorschlag wurde von den Türken während des Besuchs des US-Außenministers Rex Tillerson in Ankara in der vergangenen Woche vorgeschlagen, so ein Bericht von Reuters.

"Ich glaube, dass nur das syrische Volk über Syrien entscheiden sollte, externe Kräfte sollten nicht entscheiden", sagte der iranische Diplomat. "Wir glauben, dass die Errichtung ausländischer Militärbasen auf syrischem Territorium ohne Genehmigung der syrischen Regierung von Natur aus destabilisierend und gefährlich ist."

Die kurdische YPG-Miliz erhielt von der US-Armee umfassende Unterstützung, um zur Zerschlagung des "Islamischen Staates" in Nordsyrien beizutragen. Aber Washingtons Plan, jene Miliz zu bewaffnen und sogar eine Grenzschutztruppe auszubilden, verärgerte Ankara. Die Türkei betrachtet die YPG als syrischen Ableger der PKK-Organisation, die als terroristische Vereinigung gelistet wird. Das türkische Militär startete im vergangenen Monat eine grenzübergreifende Militäroperation, die sich gegen die YPG in der kurdischen Enklave Afrin im Nordwesten Syriens richtete.

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