Israel spricht von "heftigen Schlägen" gegen Iran und Syrien - und verlegt Iron Dome auf den Golan

Israel spricht von "heftigen Schlägen" gegen Iran und Syrien - und verlegt Iron Dome auf den Golan
Israelische Luftangriffe gegen iranische und syrische Ziele haben Teheran und Damaskus einen "ernsten Schlag" versetzt, so Israels Premierminister Benjamin Netanjahu. Unterdessen verlegt Israel schwere Luftabwehrsysteme auf die Golanhöhen.

von Ali Özkök

"Gestern haben wir den Einheiten des Iran und Syriens einen schweren Schlag versetzt", behauptete der Premierminister am Sonntag und bezog sich dabei auf die Luftangriffe der israelischen Streitkräfte (IDF) gegen Ziele auf syrischem Territorium am Samstag. "Wir werden weiterhin bei jedem Versuch, uns zu schaden, zurückschlagen", sagte er den Ministern auf seiner wöchentlichen Kabinettssitzung.

Das investigative Nachrichtenportal Already Happened, das sich auf militärische Bewegungen in Konfliktregionen spezialisiert hat, informierte RT Deutsch:

Nachdem israelische Kampfjets die iranische Drohnenbasis angriffen, von wo aus eine Drohne in Richtung Israel gestartet worden sein soll, wurde ein israelischer F-16 abgeschossen. Israel reagierte mit Luftangriffe gegen acht syrische und vier iranische Ziele auf syrischem Territorium.

"Wir haben allen klar gemacht, dass sich unsere Einsatzregeln in keiner Weise geändert haben", sagte Netanjahu. "Dies ist unsere Politik gewesen und wird auch weiterhin unsere Politik bleiben", fügte er hinzu und deutete damit an, dass Israels Regierung nicht beabsichtigt, ihre Haltung gegenüber Syrien zu ändern.

IDF wollen Hälfte syrischer Luftverteidigungsanlagen zerstört haben

Auch der israelische Präsident Reuven Rivlin lobte die Luftangriffe und sagte, sie hätten bewiesen, dass Israel in der Lage ist, mit dem Iran fertig zu werden. Er wies auch darauf hin, dass Israel bereit ist, auf jede Art von Bedrohung zu reagieren, und dass es nicht zögern würde, dies zu tun. "Jeder muss verstehen, dass Israel nicht untätig sein wird, wenn jemand versucht, unseren Staat und das tägliche Leben unserer Bürger zu stören", sagte der Präsident, wie von der Times of Israel zitiert.

Das Nachrichtenportal Haaretz berichtete am Montag unter Berufung auf israelische Verteidigungsquellen, dass die israelische Luftwaffe rund die Hälfte aller Luftverteidigungsanlagen der syrischen Armee zerstört haben will.

Wir sehen eine Neuverhandlung der Spielregeln in Bezug auf die Art der militärischen Aktivität", sagte Ofer Zalzberg in einem Kommentar für die New York Times, der Analyst bei der International Crisis Group ist. "Wir werden immer mehr Reibereien zwischen den Parteien erleben, da wir immer mehr das Gefühl haben, dass Assad die Oberhand hat" gegen syrische Rebellen, bemerkte er.

In der Zwischenzeit sagte der Chef des Nördlichen Kommandos der IDF, Generalmajor Joel Strick, dass das israelische Militär dem Iran nicht erlauben werde, in Syrien Fuß zu fassen.

Der Iran will in Syrien eine vorgeschobene Operationsbasis aufbauen, deren Ziel es ist, Israel anzugreifen. Das werden wir nicht zulassen. Wir werden nicht zulassen, dass israelische Bürger bedroht werden. Wir werden nicht zulassen, dass der Iran die Stabilität der gesamten Region bedroht", sagte der General.

Mindestens drei Iron-Dome-Batterien verlegt

Das Team von Already Happened wies RT Deutsch in diesem Zusammenhang auf neue Verlegungen der Iron-Dome-Raketensysteme zur Abwehr von Kurzstreckenraketen hin. Das investigative Team bemerkte, dass die Systeme von Herzlia in der Nähe von Tel Aviv-Jaffa auf die besetzten Golanhöhen verlegt wurden, wo Israel militärische Beobachtungsposten aufbaute. Im Video finden sich mindestens drei Batterien des mobilen Raketenabwehrsystems wieder.

Israel spricht von "heftigen Schlägen" gegen Iran und Syrien - und verlegt Iron Dome auf den Golan
Eine Iron-Dome-Raketenabwehrbatterie in einem Militärstützpunkt in der Nähe des Drusen-Dorfes Majdal Shams auf dem israelisch besetzten Teil der Golanhöhen.

Damaskus und Teheran wiesen jedoch israelische Angaben über das Ausmaß der im Zuge der Luftschläge bewirkten Schäden zurück, die ihren Streitkräften zugefügt worden wären. Die beiden Staaten sagten, dass die Angriffe abgewehrt worden wären und dass die israelische Luftüberlegenheit in Frage gestellt wurde, wodurch sich das Machtgleichgewicht in der Region verschiebe.

Nach den israelischen Angriffen am Samstag sagte die syrische Armee, dass ihre Luftverteidigungseinheiten erfolgreich der "Aggression" Israels in den syrischen Zentralregionen und dem Gebiet nahe Damaskus entgegengetreten und diese "vereitelt" hätten, wie die syrische Nachrichtenagentur SANA berichtet. Am Sonntag sagte die syrische Zeitung al-Watan, dass die syrischen Luftverteidigungskräfte effektiv "den Mythos der israelischen Luftüberlegenheit in der Region zerstörten" sowie damit der israelischen Armee einen "Schlag" versetzten und ein Abschreckungsmittel für weitere Aktionen schufen.

Auch Teheran wies die Aussagen Israels kategorisch zurück. "Die Behauptung der Zionisten, dass sie Einsätze durchgeführt hätten, um iranische Stützpunkte in Syrien zu beschädigen, ist eine Lüge", sagte Ali Schamchani, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrates des Iran, gegenüber Medien am Sonntag.

Groß angelegte Bodenoffensive unwahrscheinlich

"Die syrische Nation hat diesmal bewiesen, dass sie auf jeden Akt der Aggression reagieren wird, da die Ära von Hit-and-Run vorbei ist", fügte er hinzu.

Der syrische Analyst und Kolumnist für die Nachrichtenagentur Sputnik, Suliman Mulhem, sagte auf Anfrage von RT Deutsch, wie ernst es um eine mögliche militärische Eskalation bestellt sei:

Möglicherweise könnte sich das Gleichgewicht mit einer Bodenoperation verändern - Luftangriffe alleine erreichen nicht viel, besonders schwierig wird es mit der aktiven syrischen Luftabwehr, die Israels Bewegungen in Syrien einschränken und es zwingen kann, vom libanesischen Luftraum aus zu feuern.

Mulhem merkte allerdings kritisch an, es ist unwahrscheinlich, dass Israel "tatsächlich eine groß angelegte Bodenoffensive in Syrien starten wird, obwohl sie die Oppositionsgruppen in Südsyrien in Form von Rüstungslieferungen und Artillerieschlägen weiter unterstützen könnten".

Am Samstag berichteten amtliche israelische Stellen, dass die IDF eine iranische Drohne über israelischem Territorium abgefangen hätten. Die israelischen Streitkräfte starteten daraufhin eine Reihe von Luftangriffen gegen die Positionen proiranischer und syrischer Einheiten auf syrischem Territorium. Die grenzübergreifende Offensive führte zu einem schweren Flakfeuer vonseiten der syrischen Armee. Eine israelische F-16 stürzte während der Operation ab.

Diese Webseite verwendet Cookies. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren

Cookies zulassen