Katar erweitert größten US-Luftwaffenstützpunkt in Nahost - US-Armee darf dauerhaft bleiben

Katar erweitert größten US-Luftwaffenstützpunkt in Nahost - US-Armee darf dauerhaft bleiben
Katar plant den Ausbau des Luftwaffenstützpunktes Al-Udeid um 200 weitere Wohneinheiten. Dies sei laut dem Verteidigungsminister des Königreichs sehr wichtig, damit die Soldaten der von den USA angeführten Antiterror-Kampagne sich "zu Hause" fühlen können.

Unter den weitreichenden Plänen, die Katars Verteidigungsminister Khalid bin Mohammad Al Attiyah skizziert hatte, heißt es unter anderem, dass das Golfemirat seine Marinehäfen renoviere. Dies solle ermöglichen, dass zusätzlich zu den etwa 10.000 US-Soldaten, die bereits jetzt auf dem Luftwaffenstützpunkt Al-Udeid in der Nähe von Doha stationiert sind, auch die US-Marine in das Land entsandt werden kann.

Um sicherzustellen, dass es den US-Truppen während ihres langfristigen Einsatzes an nichts fehlt, habe Katar "sofort beschlossen, 200 Wohneinheiten für die Offiziere und Offiziersfamilien zu bauen". Dabei soll auch eine Schule innerhalb des Geländes entstehen.

Sehr bald wird es zu einem familienfreundlichen Ort für unsere US-amerikanischen Freunde. Wir wollen, dass mehr Familien stabil sind und dass sie sich während ihres Aufenthalts wohler fühlen", so Attiyah während einer Diskussion, die die US-Denkfabrik Heritage Foundation am Sonntag veranstaltete.

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"Wir lassen Ihre Vögel fliegen"

Der Minister bezeichnete Al-Udeid als eine "an sich vollwertige Stadt" und wiederholte, dass die US-Amerikaner im Land immer willkommen seien, "unabhängig davon, was die Region denkt".

Er enthüllte außerdem zum ersten Mal den "großen Plan" der Führung in Doha, Al-Udeid zum dauerhaften Anlaufpunkt für die US-Armee zu machen:

Kollegen im US-Verteidigungsministerium zögern, das Wort dauerhaft zu erwähnen, aber wir arbeiten von unserer Seite aus daran, es dauerhaft zu machen", betonte er.

Der Minister schätzt, dass "80 Prozent der Luftbetankung in der Region aus Al-Udeid stammt", was bedeute, dass der Großteil der US-Luftangriffe im Irak und in Syrien unmöglich wäre, würde Katar nicht kooperieren.

Wir sind diejenigen, die Ihre Vögel fliegen lassen", unterstrich Attiyah.

Katarische Charme-Offensive nach Eklat im Vorjahr

Die Basis ist seit dem Jahr 2003 Sitz des U.S. Combined Air Operations Center for the Middle East und hat seit dem Beginn der US-geführten Koalitionskampagne gegen den "Islamischen Staat" für das US-Militär an Bedeutung gewonnen.

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Die anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen Katar und seinen Golfnachbarn, darunter Saudi-Arabien, Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Ägypten, die im Juni letzten Jahres die diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen hatten und das Land beschuldigten, den Terrorismus zu unterstützen, weckten die Befürchtung, dass die Basis ins diplomatische Fadenkreuz geraten könnte.

Obwohl US-Präsident Donald Trump die Situation fast zum Eskalieren brachte, indem er Katar zu Beginn der Krise als "High-Level-Sponsor des Terrorismus" brandmarkte, gaben die US-Armee und das katarische Militär ihre Zusammenarbeit nicht auf und riefen sogar eine gemeinsame Übung ins Leben.

Unsere Missionen von der Al-Udeid Air Base werden fortgesetzt und wurden nicht beeinflusst", sagte damals der Sprecher des Pentagon, Captain Jeff Davis.

Der von Saudi-Arabien geführte Block verhängte eine Reise- und Wirtschaftsblockade gegen Katar und stellte ein 13-Punkte-Ultimatum auf, dem Doha nicht nachkommen wollte. Die Monarchie bezeichnete die Anschuldigungen gegen sich als "Lügen" und reichte aufgrund des von den Nachbarn verhängten Boykotts eine Klage bei der Welthandelsorganisation (WTO) ein. Die daraus resultierende Pattsituation zwang Washington dazu, im Oktober einige militärische Übungen mit den Golfstaaten einzustellen.

Schlüssel zur Beendigung der Krise liegt bei Trump

Laut Attiyah liegt es an Trump, den anhaltenden Konflikt zu beenden. Dazu müsse dieser nur den Telefonhörer in die Hand nehmen und eine Reihe von Anrufen tätigen.

Im Moment denke ich, dass die einzige Person, die die Katar-Krise lösen kann, US-Präsident Trump ist. Und ich denke, er kann sie in einem Telefonat lösen",

sagte der Minister und fügte hinzu, dass Katar zwar "alles diskutieren kann", aber keine Vorbedingungen dulde und seine Souveränität nicht aufgebe.

Wir sind hartnäckige Leute. Wir akzeptieren keine Vorbedingungen. Aber gleichzeitig sind wir sehr offen für Diskussionen über Themen, die Sie beunruhigen", betonte er und stellte fest, dass die Einzigen, die von der Krise profitieren, die tatsächlichen Terroristen sind.

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