Buch enthüllt Attentatsversuche auf Arafat: Auch Passagierflugzeuge sollten abgeschossen werden

Buch enthüllt Attentatsversuche auf Arafat: Auch Passagierflugzeuge sollten abgeschossen werden
Ein Mann trauert um Arafat an dessen Grab in Ramallah, 9. November 2017.
Selbst vor mit Kindern besetzen Passagierflugzeugen hätte man nicht halt gemacht, um Arafat zu töten. Das Buch eines israelischen Journalisten beschäftigt sich mit den Attentatsversuchen auf Arafat, dessen Todesursache bis heute nicht eindeutig geklärt wurde.

Für den Tod Arafats machte die radikale Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad in Israel und die al-Aksa-Märtyrerbrigaden den Staat Israel verantwortlich. Vor seinem Tod wurde Arafat in Paris behandelt. Der Generalsekretär der palästinensischen Volksfront zur Befreiung Palästinas gab im Jahr 2007 an, er habe Einblicke in den Bericht über Arafats Tod erhalten, dieser sei an AIDS erkrankt gewesen. Der Leibarzt Arafats widerlegte dies, Arafat sei vergiftet worden und man habe ihn erst kurz vor dessen Tod mit dem HI-Virus infiziert. 

Ronen Bergman, Journalist und Autor des neuen Enthüllungsbuchs zu Attentatsversuchen gegen Arafat, behauptet, dass es unter dem israelischen Verteidigungsminister Ariel Sharon die Anweisung gegeben habe, auch Passagierflugzeuge abzuschießen, falls Arafat an Bord sei.

Im Jahr 1982 saßen 30 verletzte palästinensische Kinder in einem solchen Flugzeug, das beinahe zur Zielscheibe geworden wäre. Zwischen den Jahren 1982 und 1983 standen vier F-16s und F-15s bereit, falls Arafat gesichtet wird. Fünfmal kam es fast zu einem Abschuss, die Maschinen starteten, wurden dann aber zurückgerufen. 

Ronen Bergman gegenüber der New York Times

Die Militäroperation wurde durch den Mossad ausgelöst. Sie nutzten lasche Sicherheitsvorkehrungen am Athener Flughafen aus, [die Agenten] warteten auf Arafat, wo private Flugzeuge parkten. 

Afrikanischer Einwanderer in Israel, 25. August 2015.

Vorangetrieben wurde der Einsatz durch Generalleutnant Rafael Eitan, Sharons ehemaliger Stabschef, den Bergman im Buch zitiert. Als die israelischen Flugzeuge starteten, um das Passagierflugzeug, in dem sie Arafat wähnten, abzuschießen, sagte dieser: 

Ihr feuert nicht, ohne meine Erlaubnis. Klar? Selbst wenn es ein Kommunikationsproblem gibt, wenn du nicht meine Anweisung hörst, feuerst du nicht. 

Der Attentatsversuch wurde abgebrochen. Der Mann, von dem sie glaubten, er sei Arafat, war wahrscheinlich sein jüngerer Bruder. Bei einem anderen Einsatz nahmen die Israelis Einfluss auf die Kommunikation einer Boeing 707. Letztlich halfen Arafat glückliche Umstände und dem Kommandanten der sogenannten Operation "Salziger Fisch". Uzi Dayan wollte zivile Opfer unbedingt vermeiden und hielt geheimdienstliche Informationen zurück. Dayan im Buch: 

Alles, was ich zu tun hatte, war zu berichten, wann das Ziel sturmreif für einen Angriff aus geheimdienstlicher Sicht war. Also von diesem Moment an, immer wenn wir wussten, dass ein Angriff zu massiven zivilen Opfern führen würde, berichten wir, dass das Ziel aus geheimdienstlicher Sicht nicht reif war. 

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