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Syrisch-kurdischer Journalist zur Afrin-Offensive: Auf türkische Armee warten viele Fallen

Syrisch-kurdischer Journalist zur Afrin-Offensive: Auf türkische Armee warten viele Fallen
Türkische Soldaten sammeln sich am Berg Barsaya, nordöstlich von Afrin.
Massoud Mohammed ist ein Freelance-Journalist, der für mehrere kurdische Portale schreibt. Er lebt in der nordwestsyrischen Stadt Kamischli. RT Deutsch befragte ihn zur aktuellen Offensive der türkischen Armee gegen die syrische Kurden-Miliz YPG im syrischen Kanton Afrin.

von Ali Özkök

Die Türkei hat zusammen mit Kämpfern der Freien Syrischen Armee eine Offensive gegen die YPG-Miliz in Afrin begonnen. Meinen Sie, die Kurden können der türkischen Offensive standhalten?

Der türkische Staat versucht seit Beginn der Revolution in Syrien die kurdische Revolution niederzuschlagen. Dazu gehören Angriffe auf demokratische Organisationen in Nordsyrien. Ankara unterstützt dafür islamische Organisationen. Aber es ist dabei nicht erfolgreich. Nach meiner Meinung wird die Türkei damit keinen Erfolg haben, wie der jüngste Angriff von islamistischen Gruppen in Afrin beweist.

Die türkische Armee und syrische Rebellen rücken Schritt für Schritt vor in Afrin. Aber auch die YPG, der militärische Arm der PYD, scheint durchaus vorbereitet. Was wissen sie über die Verteidigungsbemühungen der kurdischen Miliz in Afrin?

Afrin ist wegen seiner Gebirge schwer zu durchdringen. Afrin-Stadt ist quasi eingeschlossen von Gebirgen und den kurdischen Kräften spielt das bei der Verteidigung in die Hände. Die Situation ist besser als in anderen kurdischen Regionen, wo es solche geografische Vorteile nicht gibt. Das ist der wichtigste Aspekt im Kampf gegen die Türkei.

Außerdem kennen sich die kurdischen Kämpfer in Afrin geografisch besser aus als die türkische Armee, was weiterhin zu ihrem Vorteil ist. Das wird der YPG helfen, gegen die türkischen Truppen zu kämpfen. Ich weiß, dass es zahlreiche Fallen für die Armee gibt.

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Syrisch-kurdischer Journalist zur Afrin-Offensive: Auf türkische Armee warten viele Fallen
Nach Ansicht des Journalisten Massoud Mohammed wird die türkische Offensive auf große Hindernisse stoßen.

Die Türkei sagt, dass die PYD/YPG der syrische Zweig der PKK ist. Ist das wahr? Was sind die Unterschiede?

Es ist nicht so, wie die Türkei beschreibt, aber die PYD/YPG und PKK teilen die Gedanken von Abdullah Öcalan, dem inhaftierten PKK-Führer.

Moskau bietet der PYD eine Teilnahme an den Friedensgesprächen in Sotschi an. Warum sollte die Partei, die laut der Türkei ausgeschlossen werden sollte, trotzdem einen Platz bekommen?

Die PYD ist die Hauptpartei in Nordsyrien, die die revolutionäre Bewegung anführt. Sie strebt  eine neue Form des Föderalismus in Syrien an. Die neue Verwaltung beherrscht 30 Prozent des gesamten syrischen Landes. Sie hat ihren Finger auf zahlreiche strategische Punkte in dem Raum. Deshalb muss sie bei den Friedensverhandlungen in Sotschi berücksichtigt werden. Da führt kein Weg mehr dran vorbei.

Syriens Präsident Baschar al-Assad bot der PYD/YPG schon lange vorher eine gewisse Autonomie an, wenn sich die Kurden von den USA distanzieren. Warum gingen die Kurden nicht drauf ein?

Rauchschwaden über Afrin...

Die neue Verwaltung ist bereit für Verhandlungen mit Damaskus. Sie will ein Abkommen mit Damaskus, um die Krise zu beenden. Der Unterschied aber ist, dass die Kurden kein Abkommen machen, das von Damaskus bestimmt wird. Die Kurden werden sich nicht von Damaskus unter Druck setzen lassen.

Besteht die Chance auf ein langfristiges Abkommen mit Damaskus?

Die kurdische Verwaltung zielt es auf ein langfristiges Abkommen mit Baschar al-Assad ab. Die Bedingungen müssen die Vorteile Nordsyriens berücksichtigen und Demokratie garantieren. Damaskus muss den Kurden ihre Rechte gewähren.

Die USA haben die irakischen Kurden bereits bei ihrem Unabhängigkeitsreferendum im Stich gelassen. Sie haben sogar Kirkuk verloren. Könnte Afrin auch ein solcher Moment sein, der zu einem Umdenken über den Westen führen könnte?

Der Widerstand in Afrin wird nicht weniger stark sein als in Kobane beim Angriff des „Islamischen Staates“. Der kurdische Widerstand ist in Afrin anders als in Kirkuk. In Afrin sind tausende Kämpfer bereits in den Krieg verwickelt, die bereit sind zu sterben. Dennoch brauch Afrin die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft.

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