Syrien: Türkische Panzerdivison rückt auf Kurdengebiet vor

Syrien: Türkische Panzerdivison rückt auf Kurdengebiet vor
Die türkischen Streitkräfte haben eine Bodenoffensive gegen kurdische Stellungen in Afrin im Nordwesten Syriens gestartet. Dies bestätigten türkische Armeevertreter. Während die Türkei sagt, dass ihr Militär erste Erfolge erzielt hat, dementierte dies die kurdische Seite.

Am Sonntag begannen die türkischen Streitkräfte eine Bodenoffensive  als Teil der Operation "Olivenzweig" in der nordwestlichen syrischen Region Afrin. Das türkische Militär soll keinen ernsthaften Widerstand von der kurdischen Miliz YPG begegnet sein. Diese habe sich in die Städte und Dörfer zurückgezogen, berichtete die türkische Zeitung Hurriyet unter Berufung auf Quellen im türkischen Militär.

Archivbild

Der türkische Premierminister Binali Yildirim bestätigte, dass Panzer und Militärfahrzeuge begonnen hätten, die syrische Grenze zu überqueren, so die türkische Zeitung Habertürk. Berichten zufolge sind sie etwa fünf Kilometer in die das syrisch-kurdische Gebiet vorgedrungen.

Zu der aktuellen Lage gibt es widersprüchliche Berichte. Der Sprecher der YPG, Birusk Hasaka, erklärte, dass es den türkischen Truppen nicht gelungen sei, in das von den Kurden kontrollierte Gebiet vorzurücken, da sie nach einem heftigen Gefecht zurückgedrängt worden seien. Ein anderer YPG-Vertreter, Nouri Mahmoudi, wiederholte diese Aussage. Er sagte, dass "alle Bodenangriffe des türkischen Militärs gegen Afrin bisher abgewehrt wurden und sie gezwungen waren, sich zurückzuziehen", berichtet Reuters.

Seit dem Start der Operation "Olivenzweig" hat das türkische Militär eigenen Angaben zufolge 153 Ziele getroffen, darunter neben kurdischen Verbänden auch angeblich Einheiten des islamischen Staates, wobei kurdische Quellen berichten, dass sich im Gebiet Afrin keine IS-Kämpfer aufhalten.

Am Sonntagmorgen trafen nach Angaben der staatlichen Anadolu-Agentur drei Raketen, die aus Syrien abgefeuert wurden, die südliche türkische Grenzstadt Kilis und beschädigten mehrere Gebäude. Am Grenzübergang Oncupinar wurden in der Nähe des Einschlagsortes militärische Konvois, darunter auch ein Transporter, der mehrere Panzer trug, gesichtet, berichtete Reuters.

Erste Berichte deuten darauf hin, dass mehrere Zivilisten durch das Bombardement aus der Luft verletzt wurden, wobei die genauen Zahlen nicht bekannt sind.

Diese Webseite verwendet Cookies. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren

Cookies zulassen