Netanjahu zeigt sich gegenüber Abbas dankbar: Er erweise Israel mit seiner Rede einen Gefallen

Netanjahu zeigt sich gegenüber Abbas dankbar: Er erweise Israel mit seiner Rede einen Gefallen
Benjamin Netanyahu in Jerusalem, Israel, 11. Januar 2018.
Am Sonntag hielt Palästinenserpräsident Mahmud Abbas eine Rede vor PLO-Delegierten, in der er Trumps Botschaftsumzug als "Ohrfeige des Jahrhunderts" verfluchte. Eine Anerkennung weiterer US-Vertreter für einen Friedensprozess werde er nicht akzeptieren.

Mahmoud Abbas sprach am Sonntag von Ramallah aus, im Hintergrund war ein Bild Jerusalems zu sehen: 

Unsere ewige Hauptstadt ist Jerusalem und wir werden das Angebot nicht akzeptieren, stattdessen Abu Dis zu unserer Hauptstadt zu machen. 

Abu Dis ist ein Vorort, der den Palästinensern vorgeschlagen als Ersatz für Jerusalem wurde. Für die Palästinenser ist der Zuspruch des Ost-Teils Jerusalems Bedingung in einer Zwei-Staaten-Lösung mit den Israelis. Abbas warf Israel vor, mit den Osloer Verträgen aus dem Jahr 1993 gebrochen zu haben. Die PLO setzt die Anerkennung Israels aus und auch die Verträge von Oslo sind damit nicht mehr existent. Der Vorsitzende des Nationalrates Saleim Zanoun: 

Wir fordern das Exekutivkomitee der PLO auf, die Anerkennung von Israel auszusetzen. Wir unterbrechen die Anerkennung, bis Israel einen Staat Palästina auf den Grenzen von 1967 anerkennt, die Annektierung von Ostjerusalem zurücknimmt und seinen Siedlungsbau stoppt. 

Für Netanyahu waren Abbas Worte ein guter Dienst an sein Land. Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu sagte während eines Besuchs in Indien dass er ökonomische Hilfe für den Gaza-Streifen unterstütze. Aber der Fehler Gazas liege darin, nicht in der Lage zu sein, die Menschen mit der notwendigen Infrastruktur zu versorgen, so Netanjahu: 

Es ist eine absurde Situation, dass der Staat Israels die Grundbedürfnisse decken muss, welche die Hamas-Regierung vernachlässigen. 

Auf Abbas Rede antwortete Netanjahu mit einem Video:  

Ich habe gehört, was Abbas gesagt hat. Er hat die Wahrheit rausgebracht. [...] Er hat die einfache Wahrheit ans Licht gebracht, die ich schon Jahre lang versuche zu vermitteln. Dass die Wurzel des Konflikts zwischen uns und den Palästinensern ist, dass sie sich weigern, den jüdischen Staat in jeglichen Grenzen anzuerkennen. 

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