Iran: Erste Tote bei Protesten

Iran: Erste Tote bei Protesten
Mindestens zwei Personen, die an Protesten für und gegen die iranische Regierung teilnahmen, wurden getötet, berichteten lokale Medien. Dies sind die ersten Todesopfer während der jüngsten Massenprotesten. Die Vorfälle ereigneten sich in der Stadt Dorud, im Westen des Landes.

Die nicht genehmigte Kundgebung von Regierungsgegner habe Zusammenstöße entzündete, erklärte ein lokaler Beamte gegenüber der Nachrichtenagentur Mehr und fügte hinzu, dass zwei Demonstranten bei den Zusammenstößen getötet wurden.

Die Versammlung sollte friedlich beendet werden, aber aufgrund der Anwesenheit der [Agitatoren] geschah dies leider", sagte Khojastepour. Der Beamte nannte nicht die Ursachen der Todesfälle und fügte hinzu, dass "keine Kugeln von Polizei und Sicherheitskräften auf das Volk geschossen wurden."

Die anhaltenden Proteste im Iran begannen am Donnerstag aufgrund steigender Nahrungsmittelpreise und Arbeitslosigkeit. Seitdem haben sie sich zu der größten regierungsfeindlichen Bewegung seit acht Jahren entwickelt.

Reuters zufolge erklärte der Lokalbeamte, dass ausländische Agenten die Protestierenden getötet haben:

Wir haben Beweise gefunden, dass Feinde der Revolution, Gruppen von Takfiri [sunnitischen Extremisten] und ausländische Agenten an den Zusammenstößen beteiligt waren."

Tausende von Pro- und Anti-Regierungsdemonstranten sind seit Donnerstag auf die Straße gegangen. Die Proteste gegen die Regierung wurden vor allem durch Unzufriedenheit über die wirtschaftliche Notlage und angebliche Korruption ausgelöst. Die Menge richtete ihren Zorn auch auf den obersten Führer, Ayatollah Ali Khamenei.

Die Menschen protestieren, weil [sie] unter wirtschaftlichem Druck stehen und die Regierung angesichts der steigenden Inflation und dieser wirtschaftlichen Härten reagieren muss", sagte der Demonstrant Mostafa Kiaie, berichtete die Agentur AFP.

In rund 1.200 Städten und Gemeinden fanden regierungsfreundliche Proteste statt, berichteten lokale Medien. Massenproteste gegen die Regierung fanden auch in der Hauptstadt Teheran und der zweitgrößten Stadt des Iran Maschhad statt.

Es sind die größten Unruhen seit dem Jahr 2009. Damals folgten Proteste den iranischen Präsidentschaftswahlen. Die Demonstranten bestritten den Sieg des ehemaligen iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad.

Am Sonntag warnte der iranische Innenminister Abdolrahman Rahmani Fazli, dass "Gewalt, Angst und Terror" bekämpft werden würden.

Diejenigen, die öffentliches Eigentum beschädigen, die die Ordnung stören und das Gesetz brechen, müssen für ihr Verhalten verantwortlich gehalten werden und den Preis dafür zahlen", sagte Fazli im staatlichen Fernsehen, berichtete AFP.

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