"Sie haben überreagiert": US-Botschafter über palästinensische Reaktion auf Jerusalem-Entscheidung

"Sie haben überreagiert": US-Botschafter über palästinensische Reaktion auf Jerusalem-Entscheidung
Der US-Botschafter in Israel hat behauptet, dass die palästinensische Reaktion auf Washingtons Entscheidung, Jerusalem als Israels Hauptstadt anzuerkennen, irrational und „unnötig provokativ“ sei.

Die massiven antiisraelischen und antiamerikanischen Proteste, die nach der Ankündigung von Donald Trump in der muslimischen Welt ausgebrochen sind, wurden von Botschafter David Friedman als „hässlich, unnötig provokativ und antisemitisch“ angeprangert. Die Palästinenser haben sich „weitgehend emotional“ verhalten und "leider überreagiert", sagte der US-Botschafter, der als offener Verfechter des Anspruchs Israels in Bezug auf die Heilige Stadt bekannt ist, wie die Jerusalem Post berichtet. Washington nimmt „keine Position zu irgendwelchen Fragen des endgültigen Status ein“, beteuerte er.

Am 13. Dezember erklärte der Palästinenser-Präsident, Mahmoud Abbas, dass das palästinensische Volk die USA nicht mehr als Vermittler im Nahost-Friedensprozess akzeptieren wird, nachdem Donald Trump Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt hat.

Arye Sharuz Shalicar, Abteilungsleiter im israelischen Geheimdienstministerium und ehemaliger Sprecher der israelischen Armee (IDF)

„Es gibt keinen Weg um die Vereinigten Staaten herum“, die am Friedensprozess beteiligt sind. „Israel hat deutlich gemacht, dass sie sich nicht unter der Schirmherrschaft einer anderen Nation engagieren werden“, sagte Friedman.

Der 45. Präsident der USA wird es in die Geschichtsbücher als „einer der besten Freunde Israels“ schaffen, kommentierte der Botschafter, den Israels Premierminister Benjamin Netanjahu einst als „enger Freund Israels“ beschrieb. Friedman fügte hinzu, dass Trumps „Mut“, die Entscheidung „gegen die Wünsche so vieler anderer Nationen“ zu treffen, applaudiert werden müsste.

Etwa ein Dutzend Palästinenser wurden getötet und hunderte verletzt, als israelische Sicherheitskräfte die palästinensischen Proteste in Jerusalem, im Westjordanland und im Gazastreifen mit Gewalt unterdrückten. Die Entscheidung der USA, Jerusalem anzuerkennen, wurde auch in der Generalversammlung der Vereinten Nationen weitgehend abgelehnt. 128 Mitgliedsstaaten stimmten gegen die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels.

Die Gesetzgeber im Iran haben mit überwältigender Mehrheit für einen Gesetzesentwurf gestimmt, der Jerusalem als Hauptstadt des palästinensischen Staates anerkennen würde, während der Präsident von Guatemala kürzlich erklärte, dass er die Botschaft der zentralamerikanischen Nation in Anerkennung Israels nach Jerusalem verlegen möchte.