Rostec gibt Details zum Kauf des russischen Luftabwehrsystems S-400 durch Türkei bekannt

Rostec gibt Details zum Kauf des russischen Luftabwehrsystems S-400 durch Türkei bekannt
Die Türkei hat vier S-400 Raketenabwehrsysteme gekauft. Das hat der Vorstandsvorsitzende von Russlands staatlichem Verteidigungsunternehmen Rostec am Mittwoch erklärt und weitere bisher unbekannte Einzelheiten zu dem Rüstungs-Deal mit dem NATO-Land dargelegt.

Rostec-Vorsitzende Sergei Tschemesow sagte der russischen Tageszeitung Kommersant, dass der Verteidigungserwerb der Türkei 2,5 Milliarden US-Dollar kosten wird. Er bestätigte frühere Berichte über finanzielle Details des Geschäfts zwischen Ankara und Moskau.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan gab am 12. September bekannt, dass Ankara mit Moskau einen Vertrag über den Kauf von S-400 Boden-Luft-Raketensystemen abgeschlossen und eine Vorauszahlung geleistet hat.

Russische Soldatinnen auf dem Luftwaffenstützpunkt Hmeimim, Ostern 2017, Syrien.

Das russische und das türkische Finanzministerium haben die Verhandlungen bereits abgeschlossen, und es bleibt nur noch die endgültigen Dokumente zu genehmigen. Die [Türkei] wird 45 Prozent des im Vertrag definierten Gesamtbetrags im Voraus bezahlen, während 55 Prozent [mit]Geldern aus einem russischen Kredit bezahlt werden“, sagte Tschemesow.

Er fügte hinzu, dass die Auslieferung des ersten Systems für März 2020 geplant sei. Tschemesow erklärte, dass die Nutzung des S-400 durch die Russland von Vorteil ist:

Es ist das erste NATO-Land, das unser neuestes Luftverteidigungssystem S-400 erworben hat.

Die Türkei erklärte sich bereit, im September zwei S-400 zu kaufen. Das S-400 ist ein von Almaz-Antey entwickeltes mobiles allwetterfähiges Langstrecken-Boden-Luft-Raketen-System zur Bekämpfung von Kampfflugzeugen und Marschflugkörpern in allen Flughöhen. Ebenso können ballistische Kurz- und Mittelstreckenraketen abgefangen werden. Die S-400 kann Ziele in einer Entfernung von 400 Kilometer und in einer Höhe von bis zu 30 Kilometer bekämpfen.

Als NATO-Mitgliedsland mit der zweitgrößten Armee rief die Entscheidung der Türkei, russische S-400-Systeme zu kaufen, bei den USA die Besorgnis hervorgerufen, dass die russische Technologie nicht mit der NATO kompatibel wäre. Die USA drohten Ankara mit Sanktionen. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg beendete die Spekulationen am 19. September, als er sagte, dass die Türkei das souveräne Recht hat, souveräne Entscheidungen über ihre militärischen Einkäufe zu treffen. Die türkische Regierung unter Präsident Recep Tayyip Erdoğan betonte wiederholt, dass sie sich nicht von den USA umstimmen lassen werde.