Zwei weitere Palästinenser bei Protesten gegen Jerusalem-Entscheidung erschossen

Zwei weitere Palästinenser bei Protesten gegen Jerusalem-Entscheidung erschossen
Ein verwundeter palästinensischer Demonstrant, als Weihnachtsmann verkleidet, nahe der Grenze zu Israel im südlichen Gazastreifen, wird bei Zusammenstößen mit israelischen Truppen evakuiert, 22. Dezember 2017.
Israelische Soldaten erschossen am Freitag zwei Palästinenser und verwundeten ungefähr 60, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit. Demnach stieg die Anzahl der seit Washingtons Anerkennung von Jerusalem als Israels Hauptstadt getöteten Palästinenser auf 10.

Am Freitag töteten israelische Schüsse zwei Palästinenser bei Protesten im südlichen Gaza-Streifen, teilte ein Sprecher des palästinensischen Gesundheitsministeriums der Nachrichtenagentur Reuters mit. Die Zahl der Verwundeten lag seinen Angaben zufolge bei 120, wovon die Hälfte mit scharfer Munition angeschossen wurde und der Rest von Gummigeschossen oder Tränengas getroffen wurde.

Das israelische Militär gab an, dass etwa 2.000 Palästinenser sich gegen die Truppen am Grenzzaun des Gazastreifens gestellt hätten. Es hieß, die Menge habe Steine geworfen und brennende Reifen auf Soldaten geworfen, die darauf mit "Aufruhrverteilungsmaßnahmen" reagierten.

Die Demonstranten riefen:

Trump ist ein Feigling. Trump ist ein Narr".

Unter den Verwundeten war auch ein Mann, der als Weihnachtsmann verkleidet war.

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Nach Angaben der palästinensische Gesundheitsbeamten hat sich die Zahl der Palästinenser, die seit dem 6. Dezember durch israelische Schüsse getötet wurden, durch die Todesfälle vom Freitag im Gazastreifen auf 10 erhöht. Auf israelischer Seite gab es bisher keine Todesopfer oder schwerwiegende Verletzungen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte die israelischen Behörden am Freitag auf, die Anwendung "übermäßiger Gewalt" einzustellen.

Seit der Ankündigung des US-Präsidenten Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, finden täglich Demonstrationen statt. Auch in anderen Ländern protestierten zahlreiche Menschen. Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas bezeichnete in einer Weihnachtsbotschaft den Schritt des US-Präsidenten als

eine Beleidigung für Millionen von Menschen weltweit und auch für die Stadt Jerusalem".

Eine am Donnerstag verabschiedete Resolution der UN-Generalversammlung, in der das Vorhaben Donald Trump mit überwältigender Mehrheit abgelehnt wurde, hat wenig zur Beruhigung des palästinensischen Zornes über die Abkehr von der über Jahrzehnte bewährten US-Politik gegenüber der heiligen Stadt beigetragen. Die Resolution ist völkerrechtlich nicht bindend und hat deshalb vor allem symbolische Wirkung.