Auf der Suche nach Frieden wenden sich die Palästinenser an Russland

Auf der Suche nach Frieden wenden sich die Palästinenser an Russland
Sergei Lawrow mit den Beratern für außenpolitische Fragen, Mahmoud Abbas und Nabil Shaath, Moskau, Russland, 19. Dezember 2017.
Für die USA ist die Erklärung des Botschaftsumzugs nach Jerusalem keine Abkehr vom Willen, zwischen Israelis und Palästinensern Frieden zu stiften. Palästinenser sehen hierin jedoch einen Bruch der Rolle der US-Amerikaner. Auf der Suche nach anderen Partnern sehen sie in Russland eine gute Alternative.

Bis zum Wochenende finden von der Fatah ausgerufene Demonstrationen gegen den Botschaftsumzug statt. Am Mittwoch wurden 16 Palästinenser in Krankenhäusern behandelt, die sich bei den Auseinandersetzungen mit Israelis Verletzungen zuzogen. Seit Beginn der Proteste starben acht Palästinenser und mehr als 350 wurden verwundet. 

Russland soll nach dem Willen palästinensischer Vertreter eine Alternative zu den Amerikanern bieten. Nabil Shaath, Vertreter der Fatah und Berater des Palästinenserpräsidenten Mahmoud Abbas, traf sich am Dienstag in Moskau mit dem russischen Außenminister Sergei Lawrow. Shaath übermittelte Lawrow eine Nachricht von Abbas, dass das Vertrauen in die USA als Teilnehmer des Friedensprozesses nach Trumps Entscheidung verloren gegangen sei. Neben Russland sollen China und Frankreich eine gewichtigere Rolle zur Friedensstiftung übernehmen. 

Nikki Haley neben dem palästinensischen Botschafter bei der UN, Riyad Mansour, New York, USA, 8. Dezember 2017.

In Russland sehen die Palästinenser einen Fürsprecher einer Zweistaatenlösung. Auch bewerten sie den russischen Einfluss im Nahen Osten als viel gewichtiger als zuvor. Ein Palästinenservertreter gegenüber Haaretz

Es besteht kein Zweifel, dass die russische Involvierung in der Region viel maßgeblicher und dominanter geworden ist, und Israel kann dies nicht ignorieren. Jeder, der nicht sieht, dass sich die Vereinigten Staaten in Wirklichkeit aus dem Nahen Osten aufgeben, während die Russen viel involvierter sind, ist blind."

Am Donnerstag werden die Vereinten Nationen zu Jerusalem eine Abstimmung treffen. Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu bezeichnete die UN als ein "Haus der Lügen": 

Der Staat Israel lehnt die Abstimmung gänzlich ab. Jerusalem ist unsere Hauptstadt, wir werden weiterhin dort bauen, und andere Botschaften werden nach Jerusalem umziehen. Jerusalem ist die Hauptstadt Israels, ob die UN dies anerkennt oder nicht. Die Vereinigten Staaten brauchten 70 Jahre, um dies formell anzuerkennen, und es wird weitere Jahre dauern, bis auch die Vereinten Nationen es tun."

Die Regierung Washingtons drohte damit, sich die Namen ihrer Gegner in der Abstimmung der Vereinten Nationen zu notieren. Trump drohte, finanzielle Hilfe für Länder zu kappen, die die Resolution unterstützen. 

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