CIA-Veteran: US-Säbelrasseln gegen Iran dient Israel und soll von humanitärem Leid im Jemen ablenken

CIA-Veteran: US-Säbelrasseln gegen Iran dient Israel und soll von humanitärem Leid im Jemen ablenken
Mit der Forderung, eine westliche Koalition gegen Iran aufzubauen, stellt sich die US-Gesandte bei den UN, Nikki Haley, hinter die Interessen Israels, so der ehemalige CIA-Offizier Ray McGovern im Gespräch mit RT. Zudem soll der Fokus weg vom Leid im Jemen.

"Ich denke, dass [Israels Premierminister Benjamin] Netanjahu das Sagen hat. Schauen Sie, Jerusalem wurde gerade als Hauptstadt Israels anerkannt. Und Nikki Haley steigt auf diesen Zug auf. Sie sieht dies als sehr günstig für sich selbst, politisch gesehen", kommentierte McGovern.

Der frühere CIA-Mitarbeiter beschrieb Haley als "erschreckend ehrgeizig". Sollte US-Außenminister Rex Tillerson ihr in dieser Frage eine Orientierungshilfe gegeben haben, dann ist er nicht sehr effektiv gewesen, so McGovern. Die US-Botschafterin bei der UNO folgt offenbar "der Art von Diskursen, die nicht nur aus Washington oder New York, sondern auch aus Tel Aviv stammen".

Der vermeintliche Beweis, den Haley bezüglich Irans angeblicher Verletzung der UN-Resolutionen geliefert hatte, verblasst im Vergleich zum Umfang der Verstöße, die sich Saudi-Arabien geliefert hätte, äußerte McGovern kritisch über den US-Verbündeten und regionalen Erzrivalen des Iran.

Saudis gewinnen militärisch die Oberhand

Das US-amerikanische Analyseportal Stratfor berichtete am Montag, dass sich das militärische Gleichgewicht im jemenitischen Bürgerkrieg wendet. Nachdem Huthi-Rebellen den ehemaligen Präsidenten Ali Abdullah Saleh getötet hatten, wandelte sich die langfristige Schlachtfeld-Dynamik des Landes zugunsten der Saudi-geführten Koalition. Am 7. Dezember begannen saudische Koalitionskräfte, entlang der Westküste des Jemen in Richtung der Hafenstadt al-Hudaydah vorzurücken. Dort befindet sich der einzige Hafen, der noch unter Huthi-Kontrolle steht und eine entscheidende humanitäre Versorgungslinie für die Huthi-Hochburg in Sanaa ermöglicht. Obwohl frühere Versuche gescheitert waren, die Westküste entlang vorzurücken - sowohl in Richtung al-Hudaydah als auch von entlang der Straße von Taiz aus -, hat der jüngste Vorstoß zählbare Fortschritte gebracht.

Es setzt der Heuchelei buchstäblich die Krone auf, wenn man sich die Situation im Jemen ansieht, wo die USA saudische Angriffe unterstützen. Diese haben wahllos erschreckend viele Zivilisten getötet, im Gegensatz zu dieser einen Rakete, die von den Huthis nach Saudi-Arabien gefeuert wurde", sagte McGovern.

Die Medienabteilung der Huthis veröffentlichte Bilder vom Start der Rakete, die auf Riads Flughafen gerichtet war.

"Es ist die Zeit, die Trommeln gegen den Iran zu schlagen - und die beste Sache, die sie finden konnten, sind einige Flugkörperteile", äußerte der ehemalige CIA-Offizier. McGovern räumte ein, dass sich die Huthis die Rakete tatsächlich aus dem Iran beschafft haben könnten, aber das werde von Haley

als Vorwand verwendet, um den Diskurs von der Tatsache abzulenken, dass eine Million Menschen im Jemen an Cholera erkrankt sind. 70 Prozent aller Jemeniten sind von internationalen Lebensmittellieferungen abhängig.

Die Rakete könnte den Huthis zudem auch "vor Jahren" geliefert worden sein. Die Tatsache, dass sie am 4. November in der Nähe eines Flughafens in Riad landete, war für die Rebellen nur ein "glücklicher Zufall".

Haley und Washington "in unwirklicher Welt"

Der CIA-Veteran fügte hinzu, dass Washington mit seinem Fokus auf Teheran versucht, sich von seiner Niederlage in Syrien zu erholen. Die US-Regierung sei von den Friedensgesprächen über die Zukunft Syriens, angeführt von Russland, Iran und der Türkei, größtenteils ausgeschlossen.

Nikki Haley und Washington scheinen sich in einer unwirklichen Welt zu befinden, vor allem, weil sie gerade viel Zeit verloren haben. In Syrien haben sie verloren. Sie verloren gegen die Russen und die Syrer, die Iraner und Hisbollah. Nun, was ist die richtige Reaktion darauf? Die richtige Reaktion wäre es, neu zu bewerten, wo wir stehen", schlug McGovern vor.

Stattdessen baue Washington an einem "unheiligen Bündnis" mit Saudi-Arabien und Israel, wie McGovern beschreibt. Diese Allianz sei darauf aus, "alle möglichen Arten von Druck auf den Iran auszuüben".

Haley erklärte, dass die Segmente einer Rakete, die sie auf einer Pressekonferenz am Donnerstag präsentierte, "unbestreitbare" Beweise dafür lieferten, dass der Iran die Huthi-Rebellen militärisch unterstütze. Die Vereinten Nationen konnten bislang jedoch nicht nachweisen, dass es eine eindeutige Verbindung zwischen Iran und den Huthi-Raketen gibt.

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman nimmt an einer Kabinettssitzung in Riad teil; Saudi-Arabien, am 28. November 2017.

Deuten Überreste der Huthi-Rakete auf Iran hin?

Die UN-Experten, die nach Saudi-Arabien gereist waren, um das Wrack von zwei Raketen zu untersuchen, die am 22. Juli und 4. November abgefeuert wurden, fanden heraus, dass diese einen "gemeinsamen Ursprung" haben. Beide ähnelten einer Scud-Rakete der iranischen Qiam-1-Variante. Dennoch warnte UN-Generalsekretär Antonio Guterres davor, voreilige Schlüsse zu ziehen. UN-Experten würden die Beweise immer noch "sorgfältig prüfen".

Eine Gruppe unabhängiger Experten, die die Lage im Jemen beobachten, hat dem UN-Sicherheitsrat einen weiteren vertraulichen Bericht vorgelegt. Darin wird argumentiert, dass die Überreste von vier Raketen, die in Saudi-Arabien gelandet waren, offenbar erkennen ließen, dass diese im Iran hergestellt worden waren. Aber es gibt "noch keine Beweise für den Lieferanten".

Der Iran selbst hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe als "unbegründet" abgetan.

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