Zermürbungskrieg im Jemen: Saudi-Allianz startet Offensive auf Huthi-Versorgungshafen

Zermürbungskrieg im Jemen: Saudi-Allianz startet Offensive auf Huthi-Versorgungshafen
Im Jemen-Konflikt beginnt sich das militärische Gleichgewicht zugunsten der von Saudi-Arabien geführten Koalition zu wenden, hat der US-Analysedienst Stratfor berichtet. In den vergangenen Tagen rückten pro-saudische Truppen erfolgreich auf den letzten großen Seehafen unter Kontrolle der Huthis vor.

Wenige Tage nachdem Huthi-Rebellen den ehemaligen Präsidenten Ali Abdullah Salih getötet hatten, beginnt sich die langfristige Schlachtfeld-Dynamik des Landes zugunsten der saudi-geführten Koalition zu verschieben. Am 7. Dezember begannen saudische Koalitionskräfte entlang der Westküste des Jemen in Richtung der strategisch bedeutsamen Hafenstadt al-Hudaydah vorzurücken. Das ist der letzte große Hafen, der noch unter Huthi-Kontrolle steht. Der Hafen ist entscheidend bei der Gewährleistung internationaler Hilfslieferungen in die Hauptstadt Sanaa, die von der pro-iranischen Miliz gehalten wird. Bisher scheiterten saudische Versuche, auf die Stadt al-Hudaydah und in Richtung Taiz erfolgreich vorzurücken.

Nikki Haley legte Beweise iranischer Verletzung von UN-Resolutionen vor- im Hintergrund eine Metallröhre, bei der es sich um die Überreste einer Rakete handeln soll, die aus dem Iran stammt und von Huthi-Rebellen auf Saudi-Arabien abgeschossen wurde.

Überläufer der gut ausgerüsteten Republikanischen Garde, die Ali Abdullah Salih loyal und bis zum 4. Dezember mit den Huthis verbündet war, wendeten das Blatt. Mechanisierte Einheiten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und einige Mitglieder der Republikanischen Garde nehmen an der al-Hudaydah-Offensive teil. Seit Beginn der Offensive halbierten die pro-saudischen Truppen den Weg nach al-Hudaydah von Mokka, unterstrich Stratfor.

Der erneute Druck an der al-Hudaydah-Front setzt die Huthi-Kräfte Koalitions-Luftschlägen aus und macht Gegenangriffe weniger effektiv. Der Verlust großer Teile der Republikanischen Garde kostet den Huthis deutlich Feuerkraft. Da die Straße nach al-Hudaydah auf einer flachen Küstenebene mit wenigen Dörfern liegt, gibt es für die Huthis wenige natürliche Barrieren oder urbane Umgebungen, die sie nutzen können, um eine neue Verteidigungsposition aufzubauen. Um die Front zu entlasten, starteten Huthi-Kräfte laut Stratfor einen Angriff auf Hays, einer Stadt im Osten, die Koalitionskräfte am 9. Dezember einnahmen.

Konferenz in Vereinigten Arabischen Emiraten baut an Einheitsfront gegen Huthis

In Abu Dhabi versammelten die Emirate diese Woche Führungspersönlichkeiten des Allgemeinen Volkskongress (GPC), der von Ali Abdullah Salih angeführt wurde. Der Vizepräsident des Südlichen Übergangsrates (STC), Hani bin Braik, der in Aden beheimatet ist, teilte auf Twitter mit, dass der STC die Regierung von Abdurabbu al-Hadi unterstützt, dem international anerkannten Staatschef Jemens. Am Donnerstag leakte das Nachrichtenportal Bloomberg, dass Saudi-Arabien ebenso die einflussreiche al-Islah-Partei nach Abu Dhabi einlud. Die Partei steht der Muslimbruderschaft nahe und wird von Saudi-Arabien sowie den Emiraten als terroristische Vereinigung gelistet. Die Partei gehört zu den einflussreichsten Machtblöcken im politischen Mosaik Jemens, die einen Durchbruch der Saudis und vor allem der Emiratis im Raum von Taiz vor allem bisher im Weg stand.

Mustafa Noman, ein ehemaliger stellvertretender Außenminister, sagte Bloomberg:

Meine Einschätzung ist, dass Riad viel Druck auf die Emiratis ausgeübt hat, um Verbindungen mit der Islah-Partei im Jemen zu eröffnen, weil al-Islah am Ende des Tages eine wichtige Kraft vor Ort darstellt.“

Diese Maßnahmen zeigen, wie sehr die Vereinigten Arabischen Emirate in der Lage sind, Schlüsselpersonen zu manövrieren, um emiratische Ziele zu erreichen. Auch das GPC-Treffen in den Vereinigten Arabischen Emiraten bestätigt den hohen Einfluss der Emirate im Jemen, insbesondere nach dem Tod von Salih, analysierte Stratfor.

Allerdings reiche der Einfluss der Emirate nicht unbedingt aus, um eine schnelle und endgültige Lösung im Jemen zu schaffen. Die unnachgiebigen Forderungen des STC nach Abspaltung des Südens von Sanaa stellen beispielsweise einige potenzielle Probleme dar, glaubt Stratfor. Solange die Vereinigten Arabischen Emirate die STC an die al-Hadi-Regierung binden können, wird die Koalition in der Lage sein, eine stärkere Einheitsfront gegen die Huthis aufzubauen.

Wenn al-Hudaydah fällt, werden wichtige Huthi-Versorgungslinien zerschlagen. Die Hafenstadt ist auch zentral, um die humanitäre Versorgung der jemenitischen Bevölkerung im Huthi-Gebiet abzusichern. Stratfor argumentierte, die „Eroberung der Hafenstadt würde es der Koalition ermöglichen, die humanitäre Hilfe zu ihren Bedingungen wieder aufzunehmen“.