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Abu Dis statt Jerusalem: Saudis und USA boten Palästinensern Dorf als "alternative Hauptstadt" an

Abu Dis statt Jerusalem: Saudis und USA boten Palästinensern Dorf als "alternative Hauptstadt" an
Blick von Abu Dis auf Jerusalem.
Saudi-Arabien soll eine besondere Friedensinitiative zur Beilegung des jüngst wieder entflammten Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern gestartet haben. Anstelle Jerusalems soll Abu Dis zur zukünftigen Hauptstadt eines Staates Palästina werden.

Die New York Times, die sich auf eine Quelle in der libanesischen Regierung stützt, berichtet, dass der Vorschlag vom saudischen Kronprinz Mohammed bin Salman stammt. Er habe diesen während des Besuchs des Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmoud Abbas, im vergangenen Monat in Riad vorgelegt, heißt es.

Dem Vorschlag zufolge würden die Palästinenser im so genannten Westjordanland und im Gazastreifen in keinem zusammenhängenden Staat leben. Über das Gebiet erhielte deren Regierung nur eine Teilsouveränität und die Mehrheit der israelischen Siedlungen in den umstrittenen Gebieten Judäas und Samarias bliebe bestehen. Der Vorschlag, der vom sunnitischen Saudi-Arabien kommt, das sich selbst stets als Schutzmacht des Islams geriert, sieht zum Leidwesen der Palästinenserorganisationen nicht vor, arabischen Flüchtlingen aus dem ehemaligen Mandatsgebiet und deren Nachkommen, die im Ausland leben und von der UNRWA erfasst werden, ein Recht auf Rückkehr einzuräumen.

Kushner weilte im Oktober zu Besuch in Riad

Das Nachrichtenportal "Middle East Monitor" schreibt unter Berufung auf die New York Times, dass Saudi-Arabien Mahmoud Abbas zwei Monate gab, um über das Angebot nachzudenken. Für die Ambitionen der Palästinenserorganisationen wäre die Akzeptanz des Deals allerdings eine bittere Pille. Sie müssten fürchten, dass die israelische Seite dies erst recht zum Anlass nehmen könnte, Ansprüche auf Jerusalem oder Teile davon zurückzuweisen.

Laut dem Nachrichtenportal al-Araby al-Jadeed, das sich auf das Weiße Haus berief, hatte auch der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, im Oktober Saudi-Arabien einen geheimen viertägigen Besuch abgestattet. Anschließend sei er nach Israel gereist, um den Friedensprozess im Nahen Osten zu diskutieren.

Einen Monat später traf Präsident Mahmoud Abbas in Saudi-Arabien ein, um spontane Gespräche mit König Salman und Kronprinz Mohammed bin Salman zu führen.

Abu Dis wird zurzeit gemischt verwaltet

Jerusalem ist eine heilige Stadt für alle drei Weltreligionen. Für Muslime befindet sich auf dem Tempelberg mit der al-Aksa-Moschee die drittheiligste Gebetsstätte im Islam in Jerusalem. Die Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump, Jerusalem als die Hauptstadt Israels anzuerkennen, löste in der muslimischen Welt große Empörung und eine Welle der Wut aus. Die Türkei warnte, dass die Anerkennung eine neue Welle von Gewalt im Nahen Osten auslösen wird.

Abu Dis ist eine arabische Kleinstadt mit kaum mehr als 12.000 Einwohnern. Die Stadt liegt östlich von Ost-Jerusalem. Nach den Osloer Abkommen gehört die Stadt zum Gebiet B, das sowohl von Israel als auch von der Palästinensischen Autonomiebehörde verwaltet wird.

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