Trumps Jerusalem-Ankündigung löst Ängste aus: Hohe Alarmbereitschaft für US-Truppen in Afghanistan

Trumps Jerusalem-Ankündigung löst Ängste aus: Hohe Alarmbereitschaft für US-Truppen in Afghanistan
US-Truppen in Afghanistan befinden sich nach der Jerusalem-Entscheidung der USA in Gefahr, meint Fachportal Military Times. Donald Trumps Ankündigung löste in der muslimischen Welt eine Welle der Empörung aus, dies könnte das Risiko für US-Truppen erhöhen.

Das US-Außenministerium gab jüngst eine "weltweite Warnung" heraus, ohne jedoch Jerusalem oder die diesbezügliche Ankündigung von US-Präsident Donald Trump zu erwähnen. Dass ein ursächlicher Zusammenhang damit besteht, legen jedoch Aussagen von US-amerikanischen militärischen Einsatzkräften im Ausland selbst nahe. Unter anderem jener am Hindukusch.

Aufgrund des Gewaltpotenzials als Folge der Ankündigung haben die US-Streitkräfte in Afghanistan einen robusten Sicherheitsplan implementiert, um die Sicherheit unserer Mitarbeiter und unseres Materials in der Region zu gewährleisten", sagte Thomas Gresback, Pressesprecher der US-geführten Militärmission in Afghanistan, Resolute Support.

Status unmittelbarer Reaktionsbereitschaft hergestellt

Ein Militärbeamter, der namentlich nicht genannt wurde, teilte dem Portal Military Times mit, dass die US-Streitkräfte in einen Status versetzt wurden, der eine unmittelbare Reaktion auf militärische Angriffe ermöglichen soll.

Die Alarmstufen können für jede Art von Kontingenz vergeben werden und die Truppen, die dafür verantwortlich sind, werden typischerweise für die Rettung von abgeschossenen Piloten ausgebildet", so der Beamte.

Es sei nicht überraschend, dass Truppen in Afghanistan in Alarmbereitschaft versetzt wurden, weil diese Kräfte immer bereit sind, auf Bedrohungen und Ereignisse in der Region zu reagieren, relativierte der Sprecher des Pentagon, Oberstleutnant Michael Andrews, die Maßnahme.

Es habe keine Gesamtrichtlinie vom CENTCOM oder eine alle Konflikte umfassende Anordnung gegeben, sagte Andrews den Military Times und fügte hinzu, dass es "keine Veränderung der Haltung" gegeben habe.

CENTCOM hält sich bedeckt

Das Zentralkommando der US-Streitkräfte selbst, kurz CENTCOM, wollte weder bestätigen noch bestreiten, dass infolge der Entscheidung des US-Präsidenten irgendwelche Kräfte in Alarmbereitschaft versetzt wurden. "Im U.S. Central Command haben wir keine speziellen Befehle oder Weisungen erteilt. Unsere Politik besagt, dass wir keine Informationen über Schutzmaßnahmen für unsere Truppen weitergeben", betonte CENTCOM.

Der Zentralkommando fügte jedoch hinzu, dass es über "Notfallpläne für den Fall verfügt, dass im Einsatzgebiet Gewalt ausbricht".

Der Bericht kommt nur einen Tag, nachdem die schiitische paramilitärische Gruppierung Harakat Hezbollah al-Nujaba, die dem Iran nahesteht, davor gewarnt hatte, dass die Jerusalem-Entscheidung der USA Angriffe auf die in der Region stationierten US-Truppen auslösen könnte.

Trumps dumme Entscheidung wird der große Funke sein für das Entfernen dieser Entität [Israel] vom Körper der islamischen Nation und ein gesetzmäßiger Grund, US-amerikanische Truppen anzuvisieren", sagte Akram Al-Kaabi, der Führer der irakischen Miliz.

Terrorgruppen rufen zur Gewalt auf

Die im Jemen ansässige Terrorgruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel, kurz AQAP, verlautbarte, dass die US-Entscheidung mit der sich entwickelnden Kooperation von Israel mit den von Saudi-Arabien angeführten Golfstaaten einhergehe. Die Terrorgruppe rief ihre Kämpfer dazu auf, verstärkt gegen US-Interessen vorzugehen. Al-Kaida nannte den Washingtons Schritt "eine klare Herausforderung für die muslimische Welt".

Trump verkündete am Mittwoch die Anerkennung von Jerusalem als Hauptstadt Israels. "Heute erkennen wir endlich das Offensichtliche an - dass Jerusalem die Hauptstadt Israels ist. Das ist nichts anderes als eine Anerkennung der Realität", sagte er in einer Rede, die im gesamten Nahen Osten und darüber hinaus Wut und Empörung auslöste.

In der darauffolgenden Nacht und am Tag kam es zu massiven antiamerikanischen Kundgebungen im Westjordanland, in Jordanien und in der Türkei, bei denen häufig israelische und amerikanische Flaggen verbrannt wurden. Demonstranten fordern "Rache". In Jerusalem, das Israel bereits 1950 zu seiner Hauptstadt erklärt hatte, befindet sich auf dem Tempelberg die Al-Aqsa-Moschee, die zu den drei wichtigsten heiligen Stätten des Islams zählt. Daraus leiten islamistische Kräfte in aller Welt einen Herrschaftsanspruch über die gesamte Stadt ab.

Israel hat die Verwaltung des Tempelbergs nach der Eroberung der zuvor von Jordanien annektierten Jerusalemer Altstadt im Sechstagekrieg 1967 bei der islamischen Waqf-Behörde belassen und die Benutzung des Tempelbergs für jüdische Gläubige untersagt. Auf diese Weise ist muslimischen Bewohnern Jerusalems die Nutzung der Moschee jederzeit gestattet.