Studie zu getöteten syrischen Kindern – Auslegung nach Washingtoner Art

Studie zu getöteten syrischen Kindern – Auslegung nach Washingtoner Art
Zeichnung eines Neunjährigen Flüchtlingsmädchens. Auf arabisch steht geschrieben: "Die Türkei und Syrien sind frei!", Türkei, 12.Januar 2016.
Mit der Hilfe Russlands und Irans hat die syrische Armee den "Islamischen Staat" nahezu besiegt. Der sich einem Ende zuneigende Krieg forderte viele zivile Opfer, darunter zehntausende Kinder. Eine aktuelle Studie kennt den Schuldigen - und bedient US-amerikanische Vorstellungen.

Der Chef des russischen Generalstabes Walerie Gerasimow erklärte, dass alle Einheiten der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien vernichtet worden seien. Russland, die Türkei und der Iran gelten als Garanten des Waffenstillstands in Syrien und wollen helfen, den Frieden voranzubringen. Auf dem Weg dahin bedarf es nun einer neuen Verfassung, einer Parlaments- und Präsidentschaftswahl.

Der Vater des kleinen Omran Daqneesh beklagte sich darüber, dass westliche Medien seinen Sohn benutzt hätten.

Der Krieg hat die Lebenserwartung der Menschen Syriens um 20 Jahre geschmälert. Das Lancet Global Health Journal hat nun eine Studie zu den zivilen Opfer des Konflikts veröffentlicht. Die schätzungsweise 17.000 Kinder (Unter-18-jährige), die in Syrien ums Leben kamen, wurden demnach durch Waffen, Bodensprengsätze und Bomben aus der Luft getötet. Die Zahlen seien, so die Autorin Debarati Guha-Sapir, deshalb eine Niedrigschätzung, weil diese nur Daten aus Regionen beinhalteten, die nicht unter der Kontrolle der syrischen Regierung standen. Sonst wären sie weitaus höher. 

An den Folgen von Mangelernährung und fehlender Gesundheitsversorgung starben im Vergleich zu anderen Kriegen laut der Studie nur eine geringe Zahl von Kindern. Die Mehrzahl starb durch Bomben. Die Erklärung für die Opferzahlen entspricht der US-amerikanischen Doktrin. Die Zahlen basierten auf Daten des Violation Documentation Centers (VDC). Dieses nahm im Jahr 2011 mit Hauptsitz in der Schweiz seine Arbeit zu Menschenrechtsverbrechen in Syrien auf - und positionierte sich fortan gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad. In einem Erklärungsvideo schildern sie das Leid der syrischen Bevölkerung, als noch Frieden im Land herrschte. Das Zentrum verzeichnete 143.630 Tote durch den Krieg, deren Ableben zwischen dem 18. März 2011 und dem 31. Dezember 2016 für die Studie analysiert werden konnte. 

US-Koalition hat Rakka in Schutt und Asche gelegt

Nachdem die Stadt Rakka vom IS befreit wurde, fühlte sich das russische Verteidigungsministerium beim Anblick der zerstörten Gebäude an Dresden erinnert. Hier ließ die US-geführte Anti-IS-Koalition Bomben regnen. In dem Buch "Blut an unseren Händen  die amerikanische Invasion und die Zerstörung des Irak" beschreibt der Autor Nicolas Davies, wie die Amerikaner die Bombardierung der Zivilbevölkerung zur Normalität machten. Allein die Präsenz einiger weniger Kämpfer genügte, um Bomben auf Wohngebiete von Zivilisten abzuwerfen. 

Eine Übersicht zeigt die Hauptursachen für den Tod der Kinder auf. Der Großteil der Kinder kam durch Luftbombardierungen um. Fast die Hälfte der Kinder - 39,2 Prozent Jungen und 46,3 Prozent Mädchen - starben auf diese Weise. Besonders zum Ende des letzten Jahres stiegen die Opferzahlen durch US-Luftangriffe dramatisch an. 

Trotz der Erfolge gegen den IS will das Pentagon sich nicht aus Syrien zurückziehen. Am Dienstag gab Pentagon-Pressesprecher Eric Pahon bekannt: 

Wir werden unser Engagement vor Ort so lange wie nötig aufrechterhalten, um unsere Partner zu unterstützen und die Rückkehr terroristischer Gruppen zu verhindern.

Während die Präsenz Russlands auf Einladung der syrischen Regierung basiert, ist die Präsenz der Amerikaner im Lande eine Verstoß gegen das internationale Völkerrecht. 

Mehr zum Thema:  IS-Hauptstadt Rakka: USA führen Krieg gegen Zivilbevölkerung

Diese Webseite verwendet Cookies. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren

Cookies zulassen