USA vervierfachen Truppenstärke in Syrien: „Zur Stabilisierung der befreiten Gebiete“

USA vervierfachen Truppenstärke in Syrien: „Zur Stabilisierung der befreiten Gebiete“
Symbolbild
Laut Angaben des US-Verteidigungsministeriums haben die USA die Zahl der in Syrien stationierten US-Truppen von 500 auf 2.000 erhöht. Die "bedingungsbasierte" Militärpräsenz sei durch die Notwendigkeit gerechtfertigt, "befreite Gebiete zu stabilisieren".

Laut einer offiziellen Verlautbarung des Pentagon befinden sich mittlerweile 2.000 US-Soldaten auf syrischem Boden. Washington hatte zuvor immer nur von 500 „Militärberatern“ in Syrien gesprochen gehabt.

„Die Vereinigten Staaten werden die notwendigen Anstrengungen zur Terrorismusbekämpfung und Stabilisierung fortsetzen", sagte der Pentagon-Sprecher Oberst Robert Manning zur Begründung und führte weiter aus:

Die Vereinigten Staaten halten eine bedingungsbasierte Militärpräsenz in Syrien aufrecht, um die Bedrohung durch Aufständische zu bekämpfen, das Wiederaufleben des IS zu verhindern und befreite Gebiete zu stabilisieren.

Manning behauptete weiter, dass die irakische Armee und die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) etwa 97 Prozent "des Volkes und des Landes" befreit haben, die zuvor vom Islamischen Staat im Irak und in Syrien kontrolliert wurden.

Die Koalitionskräfte seien laut Mannings Darstellung in den beiden Ländern „nach wie vor notwendig“ und er fügte hinzu, dass sie sich nun auf Missionen wie "Trainieren, Beraten und Helfen" konzentrieren werden. Diese Aussage ist insofern interessant, als die USA auch bisher immer behauptet hatten, dass die US-Kräfte vor Ort nur beratende Funktionen einnehmen. Der Verweis von Manning auf das baldige Endes des Einsatzes einer Artillerieeinheit der US-Marines in Syrien straft diese offizielle Darstellung erneut Lügen.

Verwirrspiel um reale Anzahl von US-Soldaten in Syrien

Doch selbst die nun genannte offizielle Zahl von 2.000 US-Truppen in Syrien wirft Fragen auf.

Eine Militärquelle aus den Reihen der US-unterstützten "Demokratischen Kräfte Syriens" hatte bereits am 26. November geleakt, dass die US-geführte Anti-IS-Koalition de facto 4.000 Soldaten und zehn Militärbasen auf syrischem Boden unterhält. Laut dem kurdischen Nachrichtenportal BasNews sollen auch deutsche, britische und französische Spezialeinheiten in Syrien aktiv sein.

Mehr zum Thema:  Pentagon denkt nicht an Truppenabzug: "Wir bleiben in Syrien so lange wie nötig"

Generalmajor James B. Jarrard, der die US-geführte Einsatzgruppe für Spezialmissionen leitet, unterlief in diesem Zusammenhang Ende Oktober zudem offenbar ein "freudscher Versprecher".

In einer Video-Pressekonferenz sagte Jarrard, dass das Pentagon rund 5.000 US-Truppen in Syrien unterhalte. Er korrigierte die Zahl unverzüglich auf 4.000 herunter. Nachdem Journalisten wenig später auch diese Aussage problematisierten, schwenkte er auf die offizielle Regierungsposition ein. Auch Jarrard beteuert nunmehr, dass "zirka 500 Soldaten" in Syrien wären.

Damaskus betrachtet das militärische Engagement der USA in Syrien als völkerrechtswidrig, da es, im Gegensatz zur russischen Präsenz, nie eine offizielle Anfrage seitens der USA an die syrische Regierung gab.

Mehr zum Thema:  Chef von US-Spezialeinheiten: Russen haben Recht, unsere Präsenz in Syrien ist völkerrechtswidrig

Anfang November sagte der syrische Präsident Bashar Assad, seine Regierung werde sich mit jeder "illegalen Invasionstruppe" befassen und fügte hinzu, dass der Krieg in Syrien so lange andauern werde, bis es eine vollständige "Wiederherstellung der Sicherheit und Stabilität in allen syrischen Gebieten" gewährleistet sei.

Trends: # Krieg in Syrien