Ehemaliger Präsident von Jemen, Ali Abdullah Salih, nach Bruch von Allianz von Houthis getötet

Ehemaliger Präsident von Jemen, Ali Abdullah Salih, nach Bruch von Allianz von Houthis getötet
Der ehemalige Präsident des Jemen, Ali Abdullah Salih, wurde von Houthi-Kämpfern getötet, wie aus Medienberichten hervorgeht. Seine Partei bestreitet die Berichte über seinen Tod. Inzwischen sind Bilder des Leichnams von Salih aufgetaucht, die RT Deutsch vorliegen.

Sowohl das staatliche iranische Fernsehen Press TV als auch andere Medien berichten, dass der jemenitische Führer, der sich zuletzt mit den pro-iranischen Houthis gegen Saudi-Arabien verbündete, bei der Flucht getötet wurde. Er soll laut lokalen Quellen auf dem Weg in die Stadt Marib gewesen sein. Marib wird von Truppen des international anerkannten Präsidenten Abdu Rabbuh al-Hadi kontrolliert, der von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt wird.

Ali Abdullah Salih wurde von Houthi-Kämpfern getötet, wie aus Berichten hervorgeht. Salihs Partei bestreitet jedoch Berichte über dessen Tod.

Achtung dieses Video enthält verstörende Aufnahmen:

Die Berichte entstanden nach früheren Meldungen, die darauf hindeuten, dass Houthis das Haus von Salih in der Hauptstadt Sanaa in die Luft sprengten. Seitdem konnte der Aufenthaltsort des hochrangigen Führers nicht zweifelsfrei geklärt werden.

In den vergangenen vier Tagen wurden in der Hauptstadt des Jemen heftige Kämpfe ausgetragen. Die saudigeführte Koalition flog zeitgleich Bombenangriffe gegen Houthi-Positionen durch. Das führte unter Analysten zu dem Schluss, dass sich die Truppen von Salih offenbar mit Riad abgesprochen haben. 

Jemenitische Beamte teilten dem Nachrichtenportal Al Jazeera mit, dass Salihs Entscheidung, die Houthis zu verlassen, auf einen Plan zurückgeht, der mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien Anfang des Jahres ausgearbeitet wurde.

Die Auflösung des Salih-Houthi-Bündnisses ziele darauf ab, der saudigeführten Koalition einen Ausweg aus dem Konflikt zu verschaffen.

Am Montag sollen die Houthis schließlich gegen Kräfte gewonnen haben, die den ehemaligen Präsidenten unterstützen. Salih kontrolliert einen Großteil der jemenitischen Armee kontrolliert. Laut Zeugenberichten in den lokalen Medien gab es über Nacht heftige Kämpfe, bei denen Explosionen die Stadt bis in den Montagmorgen hinein erschütterten.

Salih löste das Bündnis mit den Houthi-Rebellen auf. Gemeinsam kämpften beide Lager seit 2015 gegen die von Saudi-Arabien unterstützten Truppen, die von Abdu Rabbu al-Hadi angeführt werden.

Am Sonntag erklärte das ehemalige Staatsoberhaupt des vom Krieg zerrütteten Landes offiziell sein Bündnis mit den Houthis für beendet. Salih versprach, seinen Kampf neu auszurichten. Diesmal sollten sich seine Waffen gegen die mutmaßlich vom Iran unterstützte Gruppe richten.

In einer Fernsehansprache sagte Salih, dass er die Entscheidung traf, die Kämpfe im Land einzustellen, nachdem er Riad gebeten hatte, die Angriffe auf den Jemen im Austausch für seine Unterstützung einzustellen.

„Ich rufe die Brüder in den Nachbarstaaten und das Bündnis auf, ihre Aggressionen zu stoppen, die Belagerung aufzuheben, die Flughäfen zu öffnen und Nahrungsmittelhilfe sowie die Rettung der Verwundeten zuzulassen, und wir werden eine neue Seite aufgrund unserer Nachbarschaft aufschlagen“, erklärte er.

Die Ansprache kam, als sich Salihs Truppen mit Ansar Allah, dem bewaffneten Arm der Houthis, auf den Straßen von Sanaa militärische Auseinandersetzungen lieferten. Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes gab bekannt, dass in den letzten fünf Tagen mindestens 125 Menschen bei den Kämpfen getötet wurden. 238 weitere wurden in Sanaa verletzt. Die meisten Todesopfer, rund 100, wurden aufseiten der Houthis verzeichnet, rechnet das Nachrichtenportal Sky News Arabia hoch.