Facebook-Analyse: Zahlreiche syrische Weißhelme sympathisieren mit Terrorgruppen

Facebook-Analyse: Zahlreiche syrische Weißhelme sympathisieren mit Terrorgruppen
Einer von vielen: Zahlreiche syrische Weißhelme sympathisieren mit Terrorgruppen.
Die syrischen Weißhelme gelten im Westen als Helden. Auch Berlin finanziert die Rettungshelfer mit Millionenbeträgen. Die Weißhelme stehen allerdings wegen ihrer Nähe zu Terrorgruppen schon lange in der Kritik. Eine Facebook-Analyse ergab neue Belege für diese Nähe.

Während die sogenannten Weißhelme in Syrien im Westen als heldenhafte Retter gefeiert und mit Preisen überhäuft werden, werfen Kritiker den selbsternannten „Zivilschützern“ vor, mit Al-Kaida und anderen Terrororganisationen gemeinsame Sache zu machen. Nun sind weitere Belege für die Zusammenarbeit der Weißhelme mit extremistischen Organisationen aufgetaucht. Laut einer vom „Inside Syria Media Center“ und dem australischen Politikwissenschaftler Tim Anderson durchgeführten Facebook-Analyse haben zahlreiche Mitarbeiter der Weißhelme auf der Plattform ihre Sympathien für verschiedene Terrororganisationen bekundet.

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Auf den Facebook-Accounts von insgesamt 65 Weißhelmen ließen sich entsprechende Bekundungen feststellen, die allesamt per Screenshot für die Nachwelt gesichert und am Wochenende auf Russia Insider veröffentlicht wurden. In dem Artikel heißt es:

Die öffentlichen Facebook-Profile von Weißhelm-Mitgliedern belegen, dass ein großer Prozentsatz von ihnen Verbindungen zu extremistischen Gruppen unterhält, oder zumindest mit ihnen sympathisiert. Diese Weißhelme haben Selbstmordattentäter gepriesen sowie Fotos von Osama bin Laden und IS-Fahnen veröffentlicht.

Die Analyse beschränkte sich auf positive Bezüge zu fünf extremistischen Gruppen: der syrische Al-Kaida-Ableger „Komitee zur Befreiung der Levante“ (Hay'at Tahrir al-Sham, ehemals al-Nusra), der „Islamische Staat“ (IS), die „Islamische Bewegung der freien Männer der Levante“ (Ahrar al-Scham), die „Armee des Islam“ (Jaysh al-Islam) sowie die „Garnison von al-Aqsa“ (Jund al-Aqsa, benannt nach einer Moschee in Jerusalem).

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„Hohes Ansehen“: Berlin finanziert Terror-Sympathisanten mit Millionenbeträgen

Die Weißhelm-Mitglieder beschränkten sich nicht nur auf Sympathiebekundungen für Terrorgruppen, Selbstmordattentäter und das Hinrichten von Gefangenen. Auf vielen Fotos posieren die vermeintlichen Rettungshelfer, die sich laut dem Auswärtigen Amt „in ihrer humanitären Arbeit strikt neutral“ verhalten, eigenhändig mit Waffen. Berlin sponsert die Terrorsympathisanten mit Millionenbeträgen. Vor einem Jahr sprach das Auswärtige Amt davon, „die Organisation bisher mit 12 Millionen Euro unterstützt“ zu haben.

Die Weißhelme trügen „maßgeblich dazu bei, das Leid der Menschen ein wenig zu lindern und das Leben der Zivilbevölkerung in Syrien ein wenig erträglicher zu machen. Sie genießen hohes Ansehen in der Bevölkerung“, so das Auswärtige Amt. Jemand, der offenbar das Ansehen des Weißhelm-Mitarbeiters Majd Khalaf genießt, ist der Deutsche Denis Cuspert. Khalaf hatte eine gemeinsames Foto mit Cuspert gepostet.

Der Weißhelm-Mitarbeiter Majd Khalaf und der deutsche Terrorist Denis Cuspert in trauter Eintracht.

Der ehemalige Berliner Gangsta-Rapper („Deso Dogg“) hatte sich im Sommer 2012 aus Deutschland abgesetzt, um sich den Dschihadisten in Syrien anzuschließen. In einem Internetvideo hatte er im April 2014 dem „Islamischen Staat“ die Treue geschworen. Mehrmals wurde sein Tod vermeldet und anschließend wieder dementiert. Das Auswärtige Amt warnte im September 2013 deutsche Einrichtungen in der Türkei, Cuspert könnte „ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug einsetzen“.

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