Leak von US-Verbündeten in Syrien: US-Koalition hat 4.000 Soldaten am Boden - Auch Deutschland dabei

Leak von US-Verbündeten in Syrien: US-Koalition hat 4.000 Soldaten am Boden - Auch Deutschland dabei
Eine Militärquelle aus den Reihen der US-unterstützten "Demokratischen Kräfte Syriens" hat geleakt, dass die US-geführte Anti-IS-Koalition fast 4.000 Soldaten und zehn Militärbasen auf syrischem Boden unterhält. Washington sprach bisher von lediglich 500.

"Fast 4.000 Soldaten und Militärberater der internationalen Anti-IS-Koalition sind in Syrien präsent. Neben US-Amerikanern gibt es auch deutsche, britische und französische Truppen", teilte die Quelle, die namentlich nicht genannt werden wollte, am Sonntag gegenüber dem kurdischen Nachrichtenportal BasNews mit.

Ein Mitglied der Kurdischen Volksverteidigungskräfte (YPG) in der Nähe der Stadt Ras al-Ain, November 2013.

Die SDF-Militärquelle betonte, dass die Truppen der Koalition aktiv an der Seite der so genannten Demokratischen Kräfte Syriens, in deren Reihen die kurdischen YPG-Milizen die führende Rolle innehaben, gegen Milizionäre der Terrormiliz "Islamischer Staat" kämpften. Bisher beharrte das Pentagon darauf, dass US-Soldaten lediglich in Beratungsmissionen auf syrischem Boden involviert wären.

Zwei US-Beamte, die am Freitag mit der Nachrichtenagentur Reuters sprachen, informierten, dass das Pentagon in den kommenden Tagen öffentlich verkünden könnte, etwas mehr als 2.000 US-Truppen seien in Syrien stationiert. Die meisten der US-Soldaten gehörten zu Spezialeinheiten.

"Kein Anstieg, nur genauere Zählung"

Die Streitkräfte der Anti-IS-Koalition sollen mehr als zehn Militärstützpunkte und Flugplätze in Rojava aufgebaut haben, geht aus dem Bericht von BasNews weiter hervor. Ähnliches berichtete zuvor auch die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf türkische Sicherheitskreise.

Die zwei US-Beamten indes verteidigten die wenig präzisen Angaben des Pentagons über den tatsächlichen Umfang des US-Engagements mit den Worten:

Das ist kein Anstieg der Truppenzahlen, sondern nur eine genauere Zählung, da die Zahlen oft schwanken.

Die Vereinigten Staaten weigerten sich bislang wiederholt, die exakte Zahl der Truppen und so genannten militärischen Berater preiszugeben, die sie an der Seite der YPG-Milizen und arabischer Kräfte innerhalb der SDF kämpfen lassen.

Kurdische YPG-Kämpfer, ausgerüstet mit US-amerikanischen Humvees. Bildquelle: YPG/Twitter

Mit Beginn seiner Präsidentschaft änderte Donald Trump die Bestimmungen des Militärs zur Informationspolitik gegenüber der Öffentlichkeit im Zusammenhang mit Auslandseinsätzen. Demnach kann das Pentagon Informationen über Einsätze in Syrien oder Irak auch zurückhalten, um das "Überraschungsmoment" gegenüber Terroristen zu wahren.

Freudscher Versprecher eines Generalmajors

Mit der eintretenden Zerschlagung der staatlichen Strukturen des "Islamischen Staates" begannen immer mehr Berichterstatter, die veröffentlichten Zahlen über US-Stationierungen in Syrien in Frage zu stellen. Generalmajor James B. Jarrard, der die US-geführte Einsatzgruppe für Spezialmissionen leitet, unterlief in diesem Zusammenhang Ende Oktober zudem auch ein offenbarer "freudscher Versprecher".

In einer Video-Pressekonferenz sagte Jarrard, dass das Pentagon rund 5.000 US-Truppen in Syrien unterhalte. Er korrigierte die Zahl unverzüglich auf 4.000 herunter. Nachdem sich die Presse wenig später auf diese Aussage gestürzt hatte, schwenkte er auf die offizielle Regierungsposition ein. Auch Jarrard beteuert nunmehr, dass "zirka 500 Soldaten" in Syrien wären.

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, kommentierte am vergangenen Donnerstag, dass es keine rechtliche Legitimation für eine militärische Präsenz der USA in Syrien gibt. Die Amerikaner seien nicht nur ohne Erlaubnis aus Damaskus in Syrien, sie missachteten auch die Wünsche der syrischen Regierung.

Tatsächlich könnte man das, was sie tun, als Besatzung bezeichnen", fasste die russische Spitzenbeamtin zusammen.

Washington will SDF beim Aufbau "lokaler Regierungsstrukturen" helfen

Auch Damaskus hat das militärische Engagement Washingtons in Syrien wiederholt als "illegitim" bezeichnet. Damaskus betrachtet die US-Präsenz in Syrien als eine regierungsfeindliche Intervention. Berichte deuten darauf hin, dass die USA auch nicht vorhaben, in absehbarer Zeit aus Syrien abzuziehen.

Vergangene Woche Mittwoch berichtete die US-Zeitung Washington Post unter Berufung auf US-Beamte, dass das Pentagon Truppen in der Region lassen wird, auch lange, nachdem der "Islamische Staat" sein werde. Der Kurden-Miliz YPG und ihrer Schirmorganisation SDF wollen die US-Kräfte beim Aufbau von "lokalen Regierungsstrukturen" helfen. Gleichzeitig möchte Washington einen "vollständigen Sieg der syrischen Regierung und ihres Verbündeten Iran verhindern".