Premier Netanjahu bestätigt: Israel unterhält "verdeckte" Beziehungen zu arabischen Staaten

Premier Netanjahu bestätigt: Israel unterhält "verdeckte" Beziehungen zu arabischen Staaten
Der israelische Premierminister Netanjahu hat bestätigt, dass Israel heimlich mit einigen arabischen Nationen gegen den Iran kooperiert. Die offizielle Bestätigung von zwischenstaatlichen Beziehungen kommt nur wenige Tage, nachdem der israelische Generalstabschef bekannt gab, dass Israel bereit ist, mit Saudi-Arabien Geheimdienstinformationen über den Iran zu teilen.

„Die gewinnbringende Zusammenarbeit mit arabischen Ländern ist normalerweise verdeckt“, sagte Netanjahu bei einer Gedenkveranstaltung über Israels ersten Premierminister David Ben-Gurion am Donnerstag. Diese Beziehungen werden „unter dem Deckmantel der Geheimhaltung fortgeführt“, betonte er.

„Ich glaube, dass sich die Beziehungen mit arabischen Staaten weiter entwickeln werden, und ich glaube, dass sie Früchte für die Ausweitung des Friedens tragen werden“, zitiert das Nachrichtenportal Ynet den Premierminister. „Die Bewohner der Nachbarländer werden mit uns zusammenarbeiten, weil sie sonst mit ausländischen Sklavenhändlern zusammenarbeiten müssen.“

Israel verfolgt mit dem Machtantritt des saudischen Königs Salman in Saudi-Arabien 2015 und der Machtkonsolidierung von Kronprinz Muhammed bin Salman, der Irans Revolutionsführer Ali Chamanei am Donnerstag erst den „neuen Hitler des Nahen Ostens“ nannte, eine Annäherungspolitik mit zahlreichen autokratischen arabischen Golfmonarchien. Diese wird auch von der Trump-Administration in Washington unterstützt. Dabei geht es der neuen israelisch-arabischen Allianz um eine gemeinsame Kooperationsbasis gegen den Iran. Tel Aviv und Riad betrachten beide die Islamische Republik als regionalen Erzfeind, die im Zuge des Syrien-Konflikts deutlich an regionalem Einfluss hinzugewonnen hat.

Offizielle diplomatische Beziehungen zu arabischen Staaten unterhält Israel nur mit Ägypten und Jordanien. Alle anderen arabischen Regierungen lehnen diplomatische Beziehungen mit Israel ab. Die Regierung hält an der Forderung fest, dass die israelische Armee zunächst auf die Grenzen von vor dem Sechs-Tage-Krieg 1967 abziehen soll, bevor eine Normalisierung der Beziehungen eingeleitet wird.

Vergangene Woche deutete Israels Energieminister Yuval Steinitz an, dass es in dieser Frage Bewegung bei den arabischen Staaten gibt. Dem israelische Armee-Radio sagte er:

Wir haben Beziehungen, die in der Tat teilweise mit vielen muslimischen und arabischen Ländern verdeckt sind, und wir sind die Partei, die sich nicht schämt."

„Es ist die andere Seite, die daran interessiert ist, die Füße still zu halten. Bei uns gibt es in der Regel kein Problem, aber wir respektieren den Wunsch der anderen Seite, wenn sich Bindungen entwickeln, sei es mit Saudi-Arabien oder mit anderen arabischen Ländern oder anderen muslimischen Ländern, und es gibt noch viel mehr, aber wir halten es geheim“, sagte Steinitz.

Anfang November machte der israelische Generalstabschef, Generalleutnant Gadi Eizenkot, gegenüber der saudi-arabischen Zeitung Alaf klar, dass sein Land bereit ist, „Geheimdienstinformationen“ mit Riad im Rahmen der Konfrontation von Teheran zu teilen.