Run auf russische Verteidigungsgüter: Bereits 20 Prozent aller Exporte gehen in den arabischen Raum

Run auf russische Verteidigungsgüter: Bereits 20 Prozent aller Exporte gehen in den arabischen Raum
Russlands in Syrien besiegelte Rückkehr als geopolitischer Akteur im Nahen Osten hat in arabischen Staaten auch das Interesse an russischen Verteidigungslösungen angekurbelt. Mittlerweile gehen rund 20 Prozent aller russischen Exporte in die Region.

Eine der weltweit größten Luftfahrtausstellungen, die Dubai Airshow, hat die hohe Nachfrage arabischer Länder nach russischen Verteidigungsprodukten unterstrichen. In Dubai stellte Russland eine breite Palette von militärischen und zivilen Luftfahrtprodukten aus, darunter den Kampfhubschrauber Ka-52, die Kampfflugzeuge MiG-29M und Su-35 sowie das amphibische Mehrzweckflugzeug Be-200.

Außerdem erhielten der Kampftransporthubschrauber Mi-35M, das Langstrecken-Luftverteidigungssystem S-400 Triumph und das Kurzstrecken-Luftverteidigungssystem Pantsir-S1 einen prominenten Platz auf der Messe, die vom 12. bis zum 16. November stattgefunden hatte.

S-400 Triumph Luftverteidigungsregiment der russischen Armee.

In diesem Jahr hat Russland bereits Abkommen im Wert von acht Milliarden US-Dollar unterzeichnet, erklärte der Vorstandsvorsitzende des staatlichen russischen Rüstungskonzerns Rosoboronexport, Aleksandr Micheew, nach einem Bericht des Fernsehsenders Rossija 24.

Amphibienflugzeug Beriyev Be-200.

Aufträge aus Ländern des Nahen Ostens machen laut dem Rosoboronexport-Chef rund 20 Prozent der gesamten russischen Rüstungsexporte aus. Berichten zufolge gehen russische Verteidigungsprodukte unter anderem nach Bahrain, Ägypten, Marokko, Saudi-Arabien, Tunesien und in die Vereinigten Arabischen Emirate.

Ka-52 Alligator Kampfhubschrauber.

Erst jüngst im Oktober besiegelte Russland eine Reihe von Waffenverträgen mit Saudi-Arabien. Diese umfassen die Lieferung von S-400 Luftabwehrsystemen, Panzerabwehrlenkraketen, Mehrfachraketenwerfersystemen und Granatwerfern. Die Parteien einigten sich auch darauf, mit der Lizenzproduktion von Sturmgewehren des Typs Kalaschnikow AK-103 in Saudi-Arabien zu beginnen.

Saudi-Arabien kauft mindestens vier russische S-400-Abwehrsysteme für etwa zwei Milliarden Dollar

Bahrain will S-400-Raketenschild

Laut Micheew steht auch ein Auftrag zum Erwerb des modernen russischen Raketenschilds S-400 aus Bahrain ins Haus.

Die S-400 ist Russlands fortschrittlichstes mobiles Flugabwehrraketensystem mit einer Reichweite von rund 400 Kilometern. Das System ist in der Lage, drei Arten von Sprengköpfen zu tragen. Es kann Ziele wie Flugzeuge sowie ballistische und Marschflugkörper erfassen. Das System ist in der Lage, bis zu 300 Ziele gleichzeitig zu verfolgen und zu bekämpfen. Die effektive Operationshöhe des S-400 liegt bei 27 Kilometern.

Zu Beginn dieses Jahres berichteten russische Medien darüber hinaus, dass die Vereinigten Arabischen Emirate beabsichtigten, mehr als eine Staffel der Suchoi Su-35 Kampfflugzeugen zu kaufen. Der Vertrag könnte bis Ende des Jahres unterzeichnet werden, so eine militärische Quelle, die von der Nachrichtenagentur TASS zitiert wird.

Die Vereinigten Arabischen Emirate operieren bereits mit 700 Schützenpanzern vom russischen Typ BMP-3 sowie Pantsir S1-Flugabwehrsystemen. Außerdem planen Russland und die Emirate gemeinsam die Entwicklung eines leichten Kampfflugzeugs auf der Basis des MiG-29-Kampfjets.

Pantsir-S1 Boden-Luft-Flugkörpersystem.

Im September unterzeichnete Russland einen Vertrag über die Lieferung von 50 MiG-29-Kampfflugzeugen nach Ägypten. Die MiG-29 ist ein zweimotoriger Düsenjäger, der ursprünglich in den 1970er Jahren in der Sowjetunion entwickelt wurde. Das Flugzeug ist derzeit in rund einem Dutzend Länder im Einsatz.

MiG-Mehrzweckkampfflugzeug.

Katar unterzeichnet Kooperationsabkommen

Algerien bestellte wiederum 300 russische BMPT-72 Terminator-2 Panzerunterstützungs-Kampffahrzeuge. Diese sollen bei Operationen T-90SA Kampfpanzer begleiten, die das nordafrikanische Land bereits zuvor von Russland gekauft hatte, so die algerische Tageszeitung Mena Defense.

Su-35 Luftüberlegenheitsjäger.

Im vergangenen Monat teilte auch das katarische Verteidigungsministerium mit, dass es ein militärisch-technisches Kooperationsabkommen über die Luftverteidigung mit Russland unterzeichnet hat.