Spendenaufrufe für iranische Erdbebenopfer durch US-Sanktionen blockiert

Spendenaufrufe für iranische Erdbebenopfer durch US-Sanktionen blockiert
Ein Mann trägt seine Habseligkeiten durch das vom Erdbeben zerstörte Gebiet, in Sarpol-e Zahab, Kermanshah, Iran, 13. November 2017.
In der irakisch-iranischen Grenzregion ereignete sich ein Erdbeben der Stärke 7,3. Mindestens 474 Menschenleben forderte das Beben. Die Spendenaufrufe für Überlebende des Bebens werden durch das US-Finanzministerium blockiert, als Begründung dienen die Sanktionen.

Der US-Präsident Donald Trump drohte mit der Aufkündigung des Nuklearabkommens. Immer wieder kommt es zu einer Erneuerung des Vorwurfs, dass sich der Iran nicht an die Auflagen des Atomabkommens halte, immer wieder bestätigt die Atomaufsichtsbehörde Gegenteiliges. Neue Sanktionen wurden gegen den Iran erlassen.

Neben der nicht beweisbaren Verletzung des Atomabkommens geht es um den Vorwurf, Stellvertreterkriege in Jemen zu führen und die iranische Revolution ins Ausland zu exportieren. Jetzt trifft das Embargo auch die Erdbebenopfer des größten Erdbebens im Iran seit 30 Jahren. Die Spendenbereitschaft im Ausland ist groß, aber die Seiten werden durch das amerikanische Finanzministerium blockiert und die Gelder an die Opfer nicht ausgezahlt.

Symbolbild: Ein Besucher posiert vor einer Wachsfigur des ehemaligen Al-Kaida Führers Ossama Bin Laden in Bukarest, Rumänien.

Tohid Najafi, Mediziner iranischer Abstammung und wohnhaft in Detroit, wollte über eine Facebook-Seite Gelder für die Erdbebenopfer sammeln. Hilfsgelder sollten den obdachlos gewordenen Menschen im Iran helfen. Rund 12.000 Häuser wurden im Zuge des Bebens zerstört. Mit Al-Jazeera sprach er über die Blockierung seiner Facebook-Seite. Das Spendenziel waren 110.000 US-Dollar. Schon einen Tag nach dem Spendenaufruf erzielte er 80.000 Dollar, am Mittwoch waren es 200.000 Dollar. 

Aber schon einen Tag nach der Onlineschaltung der Facebook-Seite erreichte ihn eine Nachricht, aus der hervorging, dass die gesammelten Spenden erst dann freigegeben würden, wenn er eine Erlaubnis des amerikanischen Finanzministeriums erhalte. 

Najafi war nicht der Einzige. Eine US-Iranerin startete eine Sammelaktion via der Seite YouCaring. Aber auch hier folgte auf die große Spendenbereitschaft eine Aufkündigung vom Anbieter mit der Begründung: "Weil das Land, um das es geht, Teil einer Region ist, die unter einem Embargo liegt". Ebenfalls wurde der Verweis auf die Auflagen des Finanzministeriums genannt. 

Heather Nauert, Sprecherin des amerikanischen Außenministeriums, übermittelte die Kondolenzen der Amerikaner: 

Die Vereinigten Staaten teilen ihr aufrichtiges Beileid für alle Betroffenen des Erdbebens im Iran und im Irak mit. Wir gedenken der Familien, in denen jemand umkam und verletzt wurde und auch die Gemeinden, in denen es zu Schäden an Häusern und Besitz gekommen ist.