Leak: Israel mobilisiert volle diplomatische Unterstützung für Saudi-Krieg gegen Iran und Hisbollah

Leak: Israel mobilisiert volle diplomatische Unterstützung für Saudi-Krieg gegen Iran und Hisbollah
Am Dienstag wurde der Inhalt eines Schreibens bekannt, das Israel anlässlich der Konfrontation zwischen Saudi-Arabien und dem Libanon an all seine Botschaften schickte. Es könnte der erste formelle Beweis dafür sein, dass sich Israel und Saudi-Arabien im Kampf gegen den Iran und dessen Verbündete koordinieren.

Am Dienstagmorgen wurde durch den israelischen Fernsehsender Kanal 10 ein Schreiben bekannt, dass anlässlich der chaotischen Ereignisse im Libanon an alle israelische Botschaften verschickt wurde. Das explosive diplomatische Schreiben verrät laut einem Bericht des englischsprachigen Nachrichtenportals Zerohedge, das sich auf den Sender beruft, dass das israelische Außenministerium am Sonntag, kurz nach dem plötzlichen Rücktritt des libanesischen Premierministers Saad Hariri, ein Telegramm an alle israelische Botschaften schickte.

Der zurückgetrene Libanesische Premierminister Saad al-Hariri (R) mit dem Saudischen Minister Thamer al-Sabhan während eines Treffens in Beirut im Februar 2017.

Tel Aviv forderte alle Diplomaten auf, „alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um den diplomatischen Druck gegen die Hisbollah und den Iran zu erhöhen“. Saudi-Arabien solle „Unterstützung für den Krieg gegen die von Iran unterstützten Houthis im Jemen kriegen“. Das diplomatische Schreiben, das auf Hebräisch verfasst wurde, betont, dass der Iran in Arbeiten der „regionalen Subversion“ engagiert ist.

Israelische Diplomaten wurden gedrängt, an die „höchsten Beamten“ innerhalb ihrer Gastgeberländer zu appellieren, um zu versuchen, die Hisbollah von der libanesischen Regierung und allgemein aus der Politik des Landes zu wegzudrängen.

Der israelische Reporter Barak Ravid, Chefkorrespondent von Channel 10 News, machte das Dokument publik. Auf Twitter erklärte er dazu:

Ich veröffentlichte auf Channel 10 ein Schreiben, das an israelische Diplomaten geschickt wurde, um für die Saudis/Hariri und gegen Hisbollah Lobbyarbeit zu betreiben.

Der Journalist zitierte aus dem Schreiben weiter:

Sie müssen betonen, dass der Hariri-Abbruch zeigt, wie gefährlich der Iran und die Hisbollah für die Sicherheit des Libanon sind. Hariris Rücktritt beweist das Gegenteil, dass die Beteiligung der Hisbollah an der Regierung den Libanon stabilisiert.

Auch fordert das israelische Außenministerium Unterstützung für Saudi-Arabien im Jemen-Krieg. Das diplomatische Schreiben betonte:

Der Raketenstart der Houthis in Richtung Riad ruft dazu auf, mehr Druck auf den Iran und die Hisbollah auszuüben.

Am Montag warf Saudi-Arabien dem Libanon vor, der Golfmonarchie den Krieg erklärt zu haben. Riad beschuldigte Beirut, dass es vor der "Aggression" der schiitischen Miliz Hisbollah gegen das sunnitische Königreich die Augen verschlossen habe.

Iran ist der gemeinsame Erzfeind von Saudi-Arabien und Israel. Diese Wahrnehmung führte zuletzt unter dem saudischen König Salman, der seit 2015 regiert, zur pragmatischen Annäherung der zwei Staaten. Iran kritische Medien betonen regelmäßig, dass Teheran einen zu großen Einfluss auf den Irak, Syrien, Jemen und den Libanon ausüben würde. Analysten sprechen von einem „schiitischen Halbmond“, der sich von Teheran bis nach Beirut erstrecken soll.

Israel scheinen die Spannungen Riads mit Libanon besonders gelegen kommen, da die libanesische Hisbollah offenbar eine zunehmende Herausforderung für israelische Sicherheitskreise darstellt, sowohl mit Hinblick auf den Süd-Libanon als auch auf die syrischen Golanhöhen, die teilweise von Israel besetzt werden.

Die neuen regionalen Konflikte zwischen sunnitischen und schiitischen Staaten im Nahen Osten entstehen zu einem Zeitpunkt, in dem die Terrormiliz „Islamischer Staat“ im Irak und Syrien endgültig vor der Zerschlagung steht. Was Israel und Saudi-Arabien beunruhigt, ist die Tatsache, dass die Hisbollah aus dem syrischen Konflikt entgegen der Erwartung gestärkt hervorgeht und sich auch noch in Südsyrien ausbreitet.

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