Selbstmordanschlag in Golanhöhen etabliert neue Pufferzone zwischen israelischer und syrischer Armee

Selbstmordanschlag in Golanhöhen etabliert neue Pufferzone zwischen israelischer und syrischer Armee
Ein Selbstmord-Autobombenanschlag tötete am Freitag neun Menschen in einem von der syrischen Regierung gehaltenen Dorf in den Golanhöhen. Dem folgten heftige Gefechte. Israel hat in Folge Kampfeinheiten "zum Schutz der Drusen" mobilisiert.

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA berichtete, dass die Autobombe am Stadtrand des Dorfes von Hader gezündet wurde. Das Dorf liegt an der Grenze zu der von Israel besetzten Seite der Golanhöhen. Die Rebellen starteten einen Angriff, um eingekesselte Rebellen im Raum von Beit Dschinn freizukämpfen. Damit etablierten sie auch eine durchgängige Pufferzone zwischen syrischer Armee und der israelischen Armee auf der anderen Seite der Golanhöhen.

“Ein Selbstmordattentäter von der [al-Kaida-nahen] al-Nusra Front zündete eine Autobombe inmitten der Häuser der Bürger am Stadtrand von Hader. Er tötete neun Personen und verletzte mindestens 23”, schrieb die Agentur.

Al-Nusra Front ist der alte Name für eine dschihadistische Gruppe, die früher als al-Kaida-Ableger in Syrien firmierte und heute als Fateh al-Scham Front bekannt ist. Syrien-Experten schrieben auf Twitter, dass es sich hingegen bei der Gruppe, die den Anschlag durchführte, um Dschaisch Muhammed handelte. Diese Gruppe soll auch Beziehungen zur Freien Syrischen Armee unterhalten.

“Im Anschluss an den Terrorangriff führten terroristische Gruppen einen schweren Angriff auf Hader durch und Armeeeinheiten sowie Einheiten der Volksverteidigung stießen mit den Angreifern zusammen”, fügte der Beitrag von SANA hinzu.

Informationen vor Ort zufolge wird erwartet, dass die Zahl der Toten steigen wird. Viele der Verletzten befinden sich in einem ernsten Zustand.

Hader ist ein mehrheitlich drusisch besiedeltes Dorf und wurde in der Vergangenheit öfter von Rebellen angegriffen. Israel unterhält enge Beziehungen zu den Drusen vor Ort. Israelische Medien behaupteten unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass Israel in diesem Zusammenhang Truppen in die Golanhöhen verlegte und nicht wünscht, dass die Rebellen die von Regierungstruppen gehaltene Stadt einnehmen.

Hader liegt im Südwesten Syriens in der Provinz Quneitra, die zu etwa 70 Prozent von Rebellen oder Dschihadisten gehalten wird. Kritiker bemerken, dass Tel Aviv die Rebellen an den Grenzen zur israelischen Armee in den Golanhöhen gegen die syrische Armee und schiitische Alliierte wie die libanesische Hisbollah unterstützt, die ebenso in diesem Raum zur Unterstützung der syrischen Regierung operiert.