Übungsfeld Nahost-Konflikt: Schweiz testete israelische Drohnen vor Kauf auf umstrittenen Golanhöhen

Übungsfeld Nahost-Konflikt: Schweiz testete israelische Drohnen vor Kauf auf umstrittenen Golanhöhen
Das Verteidigungsministerium in Bern hat eingeräumt, Beamte entsandt zu haben, um die Leistungsfähigkeit israelischer Drohnen auf den zwischen Israel und Syrien umstrittenen Golanhöhen zu testen. Die Schweiz erwarb sechs israelische Aufklärungsdrohnen.

Die Ministerialbeamten aus der Schweiz besuchten zu diesem Zweck mehrmals den israelischen Flugplatz Pik, der auf den Golanhöhen liegt. Seit Ende des Krieges 1967 kontrolliert die israelische Armee einen großen Teil des militärstrategisch wichtigen Hügelzuges an der Grenze zu Syrien. Einen Teil davon hat Israel für annektiert erklärt, ein weiterer wird von UN-Friedenstruppen kontrolliert, ein Teil wurde weiter von Syrien kontrolliert, das den gesamten Golan beansprucht. Die ungeklärte Frage über den endgültigen Status der Golanhöhen verhindert bis heute einen Friedensschluss zwischen Israel und Syrien.

Die vor diesem Hintergrund heiklen Besuche der Schweizer Beamten fanden 2012, 2013 und 2015 statt. Dort führten die Verteidigungsbeamten aus der Schweiz zusammen mit israelischen Beratern Testflüge von Drohnen "unter Missachtung der Anweisungen des Außenministeriums" durch, berichtete die Nachrichtenagentur Swissinfo am Donnerstag.

Die Besuche der Delegationen endeten mit dem Erwerb von unbewaffneten Überwachungsdrohnen des Typs "Hermes 900" für rund 250 Millionen US-Dollar.

Nach einer internen Untersuchung räumte die schweizerische Regierung in einer Stellungnahme nun ein, dass die Anwesenheit ihrer Mitarbeiter auf dem umstrittenen Territorium der offiziellen Schweizer Position als ehrlicher Vermittler im Nahostkonflikt zuwiderläuft. Des Weiteren geht aus dem Abschlussbericht hervor, dass die Besuche ohne das Wissen des Außenministeriums stattfanden.

Das Ministerium teilte mit:

Zu dieser Zeit wurde niemandem klar, dass sich der Pik Aerodome östlich des Galiläischen Meeres im besetzten Gebiet befindet und dass offizielle Vertreter der Schweiz nicht für Aktivitäten im Zusammenhang mit der israelischen Regierung oder Firmen dorthin reisen dürfen.