Ex-Premier von Katar: Waffenlieferungen von Saudis und USA nach Syrien gingen auch an Al-Nusra

Ex-Premier von Katar: Waffenlieferungen von Saudis und USA nach Syrien gingen auch an Al-Nusra
Bildquelle: Hayat Tahrir Sham
Der ehemaliger Ministerpräsident und Außenminister Katars, Kamad ibn Dschasim Al Thani, hält es für möglich, dass sein Land, zusammen mit Saudi-Arabien, über die Türkei und mithilfe der USA die Terrororganisation Al-Nusra-Front in Syrien unterstützt hat.

Vielleicht gab es eine Beziehung zur Al-Nusra-Front, [aber] ich schwöre, ich weiß nichts über dieses Thema, auch wenn es eine Unterstützung für Al-Nusra gab. Als sie uns erzählten, dass Al-Nusra inakzeptabel ist, wurde die Unterstützung eingestellt", sagte Hamad ibn Dschasim im Interview mit einem katarischen TV-Sender.

Ihm zufolge hatte Katar von Anfang des syrischen Bürgerkrieges an entschieden, zusammen mit Saudi-Arabien Rebellen zu unterstützen. Eigenen Angaben zufolge sicherte der ehemalige König von Saudi-Arabien Abdullah den Kataris zu:

Wir sind mit euch [Katar].

Die militärische Unterstützung aus beiden Golfstaaten erfolgte über die Türkei und wurde mit den US-Kräften koordiniert. Allerdings gesteht der katarische Politiker, dass es "vielleicht ein Fehler war, als eine 'einzelne Gruppe' für eine bestimmte Frist unterstützt" wurde. Gleichzeitig beharrt der Politiker darauf, dass es "kein IS" gewesen sei, den man unterstützt habe. Die einzige Gruppe, die in ähnlichem Maße islamistisch eingestellt ist wie der "Islamische Staat", aber nicht zum Netzwerk der Dschihadisten in Syrien gehört, ist die Al-Nusra-Front.

Der katarische Außenminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman al-Thani während einer Sitzung der Vereinten Nationen in Genf, Schweiz, 11. September 2017

Katar nimmt Anstoß an jäher saudischer Kehrtwende

"Uns zu beschuldigen, dass wir den 'Islamischen Staat' unterstützt hätten, ist übertrieben", sagte der ehemalige hochrangige Beamte der kleinen Golfmonarchie. Hamad ibn Dschasim richtet seine Äußerungen insbesondere an Saudi-Arabien, das zuerst "in einem Boot" mit Katar gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad gewesen wäre, aber mit einem Mal eine Kehrtwende hingelegt hätte.

Saudi-Arabien unterstellte Katar Anfang Juni, den Terrorismus zu fördern. Zusammen mit Bahrain, Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten stoppte Riad in einem jähen und unerwarteten Schritt alle diplomatischen Kontakte zu Doha.  

Katar weist alle Anschuldigungen zurück. Ende Oktober kritisierte der katarische Außenminister Scheich Al Thani in einem Interview offen das Vorgehen der Saudis. Im Interview mit dem Fernsehsender CNBC sagte der Minister, Riad wolle die Vorwürfe als Vorwand nutzen, um Katar zu isolieren und die Regierung in Doha zu stürzen.

Katar ist der weltweit größte Exporteur von Flüssigerdgas. Im Land befindet sich die größte US-Militärbasis im Nahen Osten. Rund 10.000 Soldaten sollen auf der US-Militärbasis in Al-Udeid stationiert sein.

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