Israel: 15 jüdische Extremisten wegen rassistischer Übergriffe festgenommen

Israel: 15 jüdische Extremisten wegen rassistischer Übergriffe festgenommen
Ben-Zion Goptein (l.), Anführer der extremistischen israelischen Gruppe "Lehava", trifft sich mit anderen Aktivisten in Jerusalem.
15 Mitglieder der radikalen jüdischen Gruppe Lehava, die im Verdacht steht, arabische Männer wegen derer Beziehungen mit jüdischen Frauen angegriffen und bedroht zu haben, wurden einschließlich ihres umstrittenen Anführers, Ben-Zion Gopstein, am Montag in Israel festgenommen.

Die Polizeirazzien und Verhaftungen fanden gleichzeitig in Jerusalem, Nord- und Südisrael sowie in jüdischen Siedlungen im besetzten Westjordanland statt.

15 Verdächtige, die der Polizei als aktiv in der Lehava-Organisation bekannt sind, wurden in der Nacht im Rahmen einer polizeilichen Untersuchung wegen Verdachts, [arabische] Minderheitsmitglieder mit Verbindungen zu jüdischen jungen Frauen oder Mädchen geortet und bedroht zu haben entweder verhaftet oder zur Befragung festgehalten, heißt es im Polizei-Statement.

Auch interessant:  Israel führt Razzien bei palästinensischen Medien durch und schließt sie - RT-Provider betroffen

Die Razzien, so die Polizei, waren das Ergebnis einer Undercover-Operation, die Beweise für "organisierte und vorbehandelte Aktivitäten aufdeckte, die vermutlich von den Verdächtigen, den bekannten Mitgliedern von Lehava, durchgeführt wurden".

Ben-Zion Gopstein, der Anführer der Lehava-Gruppe, beharrt darauf, dass er nichts Falsches getan habe und behauptet, die Polizei "sei dem Druck der extremen Linken erlegen", so Haaretz.

Gopstein hatte bereits mehrfach Probleme mit dem Gesetz. Im Jahr 2014 wurde er wegen rassistischer Aufhetzung verhaftet und später angeklagt, weil er einen Polizisten daran hindern wollte, seine Pflicht zu erfüllen. Ein Jahr darauf wurde gegen ihn ermittelt, weil er gemäß dem alten jüdischen Gebot der "Götzenverehrung" Kirchen bis auf ihre Grundmauern niedergebrannt haben soll. Im vergangenen Jahr wurde er von einem Angriff auf zwei linke Aktivisten freigesprochen.

Neben seinen Konflikten mit dem Gesetz hat Gopstein auch Protestmärsche gegen Gay-Pride-Events und die LGBT-Gemeinschaft organisiert.

Lesen Sie außerdem: Personalnot: Israels Wehrpflichtige widmen sich lieber dem Cyberkrieg als dem Dienst an der Waffe

Lehava, ein hebräisches Akronym für "Assimilation im Heiligen Land verhindern", wurde 2009 gegründet und steht im Gegensatz zu interrassischer und interreligiöser Heirat. Auf einer Hochzeit zwischen einem muslimischen Mann und einer jüdischen Frau in Tel Aviv im Jahr 2014 inszenierten die Mitglieder der Organisation eine Protestkundgebung mit dem Ruf "Tod den Arabern!"

Neben der Belästigung von Minderheiten bietet die Gruppe auch "sichere Unterkünfte" für jüdische Frauen, die aus ihren Beziehungen mit Arabern aussteigen, und versuchte, dies als nationale Geißel darzustellen, berichtet Haaretz.

Lehava wurde auch beschuldigt, antiarabische und antichristliche Propaganda verbreitet zu haben. Im April wurden einige Israelis verhaftet, weil sie angeblich Araber mit Messern und anderen Waffen angegriffen haben, nachdem sie sich eines ihrer Videos angesehen hatten.

Im Juli reichte das israelische Religious Action Center beim Zentralzivilgericht eine Petition darüber ein, dass Gopstein wegen Anstiftung zu Rassismus und Gewalt angeklagt und Lehava zu einer kriminellen Organisation erklärt werden solle.