Syrien: Verkaufsschlager im Kriegsgebiet - Männerhandtaschen für das Überlebenswichtige

Syrien: Verkaufsschlager im Kriegsgebiet - Männerhandtaschen für das Überlebenswichtige
Ein Model zeigt die Roberto Cavallis Herbst/Winter-Männer-Kollektion auf der Mailänder Modewoche, 15. Januar 2007.
Im kriegsversehrten Syrien boomt das Geschäft mit Männerhandtaschen. Die Not macht das Accessoire zum "Must Have", gefüllt mit Ladegeräten fürs Mobiltelefon, Ersatzhandys, Bargeldbeständen, Papieren und dem Notwendigsten für das Unerwartete.

In den 1970er und 80er Jahren trugen syrische Männer Unterarmtaschen. Heute sind kleine Schultertaschen aller Art der Verkaufsrenner für Männer. Kopien von ausländischen Marken schmücken die Männerhandtaschen und machen das Accessoire nach sechs Jahren Krieg für den Mann modisch akzeptabel.

Das Wall Street Journal zitiert Ahmad aus Aleppo, Syrien: 

Eine Männerhandtasche aus Aleppo, ich schwöre bei Gott, die beinhaltet mehr Zeug als eine Frauenhandtasche. Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir kleine Fläschchen von Parfüm in unserer Tasche haben. Ich kenne ein paar Jungs, die eine kleine Tube Haargel hineintun, um sich vor dem Ausgehen die Haare machen zu können. 

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Jahre des Krieges haben Funklöcher quer im Land zurückgelassen, die den Besitz mehrerer Mobiltelefonen unterschiedlicher Anbieter notwendig machen. Geschäfte haben sich auf einen hohen Bedarf der Männerhandtaschen eingestellt. Auch Kopien von Militärrucksäcken, die die CIA den Rebellen überließ, liegen im Trend. Chinesische Kopien sind ebenfalls im Umlauf.