Mit allen Mitteln gegen Iran? Saudischer Kronprinz besuchte vermutlich heimlich Israel

Mit allen Mitteln gegen Iran? Saudischer Kronprinz besuchte vermutlich heimlich Israel
Ein israelischer Beamter hat am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP bestätigt, dass der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman im September die israelische Hauptstadt Tel Aviv heimlich besuchte. Mit dem Präsidentschaftsantritt in den USA von Donald Trump zementiert sich eine Allianz zwischen der autokratischen Golfmonarchie und Israel.

Der Beamte, der um eine Anonymisierung seiner Identität bat, weigerte sich, den Hintergrund des Besuchs des saudischen Kronprinzen in Israel zu beschreiben, bestätigte ihn aber. Das berichtete das Nachrichtenportal Middle East Monitor und weist darauf hin, dass ein Treffen mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu stattgefunden habe.

Blick auf die israelische Anlage zum Bau von Atomwaffen in der Negev-Wüste, Dimona, Israel.

Die Aussage des israelischen Beamten scheint zu bestätigen, was der offizielle hebräische Rundfunk zuvor ausstrahlte. Dieser erklärte, dass „ein Emir vom saudischen Königshof das Land am siebten September heimlich besuchte und mit hochrangigen israelischen Beamten über die Idee diskutierte, den regionalen Frieden voranzutreiben“.

Das Nachrichtenportal Middle East Eye berichtete bereits am 13. September, dass vermutlich Kronprinz Muhammed bin Salman der israelischen Regierung einen Besuch abstattete.

Der israelische Journalist Ariel Kahana, der für die Wochenzeitung Makor Rishon arbeitet, soll auf Twitter veröffentlicht haben:

Bin Salman besuchte Israel mit einer offiziellen Delegation und traf sich mit Beamten.

Nur wenige Tage später erklärte laut Middle East Monitor der saudische Blogger „Mujtahid“:

Der Journalist Tarnopolsky, ein Spezialist für israelische Angelegenheiten und mit internationaler Glaubwürdigkeit, hat den Besuch von Mohammed bin Salman in Israel bestätigt.

Das saudische Außenministerium dementierte am Sonntag jedoch Medienberichte, dass ein hoher saudischer Beamter vor kurzem Israel im Geheimen besuchte. „Die Nachricht ist völlig falsch“, schreibt die staatliche Nachrichtenagentur Saudi Press Agency (SPA) unter Berufung auf eine offizielle Quelle des Außenministeriums. Die saudische Nachrichtenagentur betonte, das Königreich sei immer transparent gewesen in Bezug auf seine Bewegungen sowie Kontakte und müsse sich diesbezüglich nicht verbergen.

Zwei regionale Akteure mit ähnlichen politischen Zielen

Israelische Analysten und Beamte erklärten zuletzt immer wieder, dass es in den Beziehungen zwischen Israel und den arabischen Golfstaaten eine wachsende Koordinierung und Fortschritte dabei gibt. In erster Linie verbindet sie die geteilte Feindseligkeit gegen Iran. Israel und Saudi-Arabien zählen Teheran zu ihren Erzrivalen.

Am 6. September räumte der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu ein, dass es auf verschiedenen Ebenen eine Zusammenarbeit mit arabischen Staaten gibt, mit denen Israel keine Friedensabkommen hat. Er erklärte, dass diese Kontakte diskret und die umfangreichsten sind, die jemals in einer früheren Ära in der Geschichte Israels stattgefunden haben.

Sowohl Saudi-Arabien als auch Israel begrüßten kürzlich die Weigerung von US-Präsident Donald Trump, das Engagement des Irans im internationalen Nuklearabkommen anzuerkennen. Washington verhängte neue Sanktionen gegen Teheran.

Der israelische Kommunikationsminister, Ayoob Kara, sagte über die israelische Zusammenarbeit mit arabischen Staaten, dass „es eine große Anzahl arabischer Länder gibt, die auf die eine oder andere Weise Beziehungen zu Israel haben, beginnend mit Ägypten und Jordanien [die durch Friedensverträge mit Israel verbunden sind] über Saudi-Arabien, die Golfstaaten, Nordafrika und einen Teil des Iraks [genauer die kurdische Autonomieregion]. Diese Länder teilen mit Israel ihre Angst vor dem Iran“. Kara erwähnte weiter:

Die meisten Golfstaaten sind für offene diplomatische Beziehungen zu Israel gut vorbereitet, weil sie sich vom Iran bedroht fühlen und nicht von Israel.

Er erklärte, dass „die Beziehungen zwischen der Saudi-sunnitischen Allianz und Israel unter dem Radar laufen und nicht öffentlich sind, wegen der Kultur des Mittleren Ostens, die in dieser Angelegenheit sehr empfindlich ist“.

Die vergangenen Monate ergaben eine beispiellose saudische Bereitschaft zur Normalisierung mit Israel, obwohl solche Forderungen öffentlich noch „als Sünde“ angesehen wurden, bevor bin Salmans Aufstieg zur Macht in Riad begann.