Schröder: US-Wirtschaftskrieg gegen russische Gaslieferungen nach Europa ist inakzeptabel

Schröder: US-Wirtschaftskrieg gegen russische Gaslieferungen nach Europa ist inakzeptabel
Die USA wollen die Energiekooperation Russlands mit der Europäischen Union schwächen, hat der Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder kritisiert. Seiner Meinung nach ist es nicht hinnehmbar, dass Hindernisse für russische Erdgaslieferungen auf den deutschen Markt durch Washington geschaffen werden.

„Es ist falsch, wenn sich die Amerikaner und die Europäische Union in dieser Frage ablehnend gegenüberstehen. Und noch immer gibt es Versuche, einige Schwierigkeiten für dieses Projekt [Nord Stream 2] zu schaffen“, sagte der ehemalige Bundeskanzler gegenüber dem russischen Nachrichtensender Rossiya 24.

Bildquelle: Gazprom

„Die Tatsache, dass die Amerikaner mit Hilfe von Sanktionen versuchen werden, in den deutschen Markt einzutreten und den mit verflüssigtem Schiefergas zu dominieren“, ist laut Schröder „nichts anderes als ein Zeichen eines Wirtschaftskrieges und ein solcher Krieg ist inakzeptabel“.

Deutschland interessiert sich für Erdgas, das es „mit Sicherheit erhält und das billiger ist als Schiefergas", betonte Schröder.

Der ehemalige SPD-Kanzler unterstrich, dass die deutschen Behörden zu Recht die Erdgaspipeline Nord Stream 2 als ein rein wirtschaftliches Projekt bezeichnen, das nicht politisiert werden sollte.

In der vergangenen Woche erklärte die Wettbewerbskommissarin der Europäischen Union Margrethe Vestager, dass die EU keine legalen Mittel hat, um die Pipeline zu stoppen, die Erdgas aus Russland nach Deutschland liefern soll.

Die Nord Stream 2-Pipeline wird die Kapazität der bestehenden Nord Stream-Pipeline verdoppeln, die unter der Ostsee nach Deutschland führt. Die baltischen Staaten und Polen lehnen das von Gazprom geleitete Projekt aus politischen Erwägungen ab.

Während des EU-Gipfels am Freitag bezichtigte die polnische Ministerpräsidentin Beata Szydlo die Nord Stream 2-Pipeline als Bedrohung für die Energiesicherheit Europas.

Russlands Präsident Wladimir Putin bemerkte diese Woche, Moskau steht vor Hindernissen beim Bau der neuen Route trotz der Tatsache, dass die Diversifizierung der Gaslieferungen kostengünstig und vorteilhaft für Europa ist. Die Pipeline diene der Verbesserung der europäischen Versorgungssicherheit.

Der Kreml erklärte wiederholt, das Pipeline-Projekt ist rein geschäftlicher Natur und beschuldigte die Vereinigten Staaten, das Projekt vereiteln zu wollen. Der Grund sei das US-Interesse, eigenes Flüssigerdgas nach Europa exportieren zu wollen.