Katar wirft Saudi-Arabien Ambitionen zum "Regimewechsel" vor

Katar wirft Saudi-Arabien Ambitionen zum "Regimewechsel" vor
Der katarische Außenminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman al-Thani während einer Sitzung der Vereinten Nationen in Genf, Schweiz, 11. September 2017
Bereits seit vier Monaten blockiert Saudi-Arabien seinen Golfnachbarn Katar. Der Außenminister des Emirats, Scheich Al Thani, sagte in einem Interview, Saudi-Arabien versuche sein Land zu destabilisieren. Die Blockade behindere den Kampf gegen den "Islamischen Staat".

Anfang Juni dieses Jahres kappten Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten diplomatische wie auch Handelsbeziehungen zu Katar mit der Begründung, das Land unterstütze Extremismus und Terror und lehne sich an den Iran an. 

Scheich Mohammed bin Abdulrahman Al Thani, Außenminister Katars, erklärt gegenüber CNBC: 

Wir beobachten, wie saudische Regierungsbeamte über einen Regimewechsel sprechen. Wir sehen ein Land, dass in die dunklen Zeiten der Stämme zurückfällt und versucht, sie in Stellung zu bringen, um auf verbündete Stämme in Katar Druck auszuüben. 

Sitzungssaal des UN-Menschenrechtsrates

Katar weist alle Anschuldigungen der Terrorfinanzierung von sich. Für den katarischen Außenminister war der Terrorvorwurf nur ein Mittel zum Zweck, um sein Land zu degradieren und zu isolieren: 

Es hat nichts damit zu tun, eine Terrorfinanzierung oder Hassreden zu stoppen,  vielmehr damit, dass sie gegen mein Land hetzen und in meinem Land einen Regimewechsel fördern. 

Katar ist der weltweit größte Exporteur natürlichen Flüssiggases und beheimatet 11.000 US-Soldaten. Die Blockade habe dazu geführt, dass Versuche scheiterten, den "Islamischen Staat" zu bekämpfen, heißt es aus Doha. 

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