Indien sucht nach "versklavter und gefolterter" Frau in Saudi-Arabien

Indien sucht nach "versklavter und gefolterter" Frau in Saudi-Arabien
Bildquelle: Screenshot vom Facebook-Video
Indiens Botschaft zu Saudi-Arabien wurde angewiesen, nach einem verzweifelten Hilferuf einer indischen Frau aus dem Punjab diese zu finden. Mutmaßlich wird sie von ihren saudischen Arbeitgebern „gefoltert und versklavt“.

Reena Rani wandte sich vergangene Woche mit einer Facebook-Video-Botschaft an den indischen Politiker Bhagwant Mann ihrer Heimatregion. Im Video bettelte sie darum, wieder zurück nach Indien geholt zu werden.

Links Saudi-Minister Thamer al-Sabhan und in der Mitte Brett McGurk. (Bildquelle: Twitter

Rani sagte, dass sie von zwei Männern gefangen gehalten und in einem Haus in der saudischen Stadt Dawadmi eingesperrt wird.

„Ich kam her, um etwas Geld zu verdienen, aber jetzt lebe ich unter erbärmlichen Bedingungen“, sagte Rani. „Sie haben mich in einem Zimmer eingesperrt. Irgendwie hatte ich es geschafft, die Polizei um Hilfe zu rufen. Ich wurde auch von der Polizei misshandelt und saß in der Stadt Dawadmi fest.“

Sie sagte weiter:

„Ich habe Schmerzen. Ich bin in Schwierigkeiten. Ich wurde im letzten Jahr gefoltert. Bitte rette mich.“

Das Video, das in Indien viral ging, veranlasste den indischen Politiker Mann, ein eigenes Video hochzuladen, mit dem er Rani kontaktierte. Er wies sie an, ihre Daten an Außenministerin Sushma Swaraj weiterzuleiten.

“Ich bekam gestern Abend ihre Passnummer und schickte sie sofort an Sushma Swaraj. Sie wird bald nach Punjab gebracht werden”, sagte Bhagwant Mann letzte Woche in der Hindustan Times. Bisher gibt es keine Spur von Rani.

Mann ist für seine Unterstützung von indischen Migranten bekannt, die im Nahen Osten oft als Bauarbeiter oder Hausangestellte zur Arbeit geschickt wurden.

In einem Interview nachdem Rani-Video erzählte Bhagwant Mann einer lokalen indischen Nachrichtenseite, dass er täglich Nachrichten von Indern erhielt, die schlechte Arbeitsbedingungen in Jordanien, Libyen, Irak und anderen Teilen des Nahen Ostens vorfinden.

„Gerade in den Golfländern behandeln sie Menschen wie Sklaven und beschlagnahmen Pässe, wenn indische Arbeitsmigranten ins Land kommen“, kritisierte Mann. „Die indische Regierung sollte gegen unautorisierte Anwerbe-Agenten vorgehen. Sie zeigen unseren Leuten Träume auf, aber in Wirklichkeit ist es das genaue Gegenteil.“

Ein Affe läuft über Stromkabel in der Altstadt von Delhi, Indien, 29. Februar 2016.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch dokumentiert regelmäßig Fälle von Missbrauch in der Region. HRW zufolge warfen zahlreiche indische Hausangestellte ihren Arbeitgebern vor, sie gefoltert zu haben.

Hunderte von ausländischen Arbeiterinnen in der Golfregion sind vor ihren Arbeitgebern geflohen, nachdem sie körperlich und seelisch misshandelt wurden und viele von ihnen in ihre Botschaften fliehen mussten, schreibt das Nachrichtenportal Middle East Eye.

Im März wurde ein Video über die sozialen Medien bekannt, das eine äthiopische Hausangestellte zeigte, die am Rande eines Balkons hing, während sie von ihrem kuwaitischen Arbeitgeber gefilmt wurde. Die Frau aus Äthiopien stürzte schließlich von dem mehrstöckigen Haus.