Personalnot: Israels Wehrpflichtige widmen sich lieber dem Cyberkrieg als dem Dienst an der Waffe

Personalnot: Israels Wehrpflichtige widmen sich lieber dem Cyberkrieg als dem Dienst an der Waffe
Cybersicherheitstraining am NT Institute of Technology und Innovation, in Beersheba, Israel 28. August 2017.
Die jungen Israelis verlieren die Motivation am Wehrdienst an der Waffe und wollen lieber als Cyberkrieger-Krieger dienen. Ein vergleichsweise geringes Risiko und die Aussicht einer Anstellung auf Lebenszeit erscheinen vielen attraktiver als der Dienst an der Waffe.

Israel leidet unter einem Motivationsverlust der jungen Generation für den Dienst an der Waffe. Der Wille für die Wehrpflicht nimmt jedes Jahr weiter ab. Besonders für die Infanterie-Division können sich nur wenige der dafür in Frage kommenden Israelis begeistern. Die jungen Menschen wollen möglichst Risiken umgehen, das neue Tätigkeitsfeld als Cyberkrieger erscheint da als ein möglicher Ausweg, ohne sich der Wehrpflicht zu verweigern. Auch der Einsatz als Grenzpolizist erscheint jungen Israelis attraktiver, als in der Armee zu dienen. Denn dieser erlaubt bessere Arbeitsbedingungen und häufigere Urlaube. 

Avigdor Lieberman, israelischer Verteidigungsminister, während einer Anti-Terror-Konferenz in Herzliya, Israel, 11. September 2017.

Weniger als 72 Prozent der Männer im wehrpflichtigen Alter des Jahrgangs 1999 können eingezogen werden. Von denen, die nicht eingezogen werden, sind 14,7 Prozent Religionsstudenten und 7,4 Prozent haben medizinische oder psychologische Probleme. Bei den Frauen werden nur 57,8 Prozent eingezogen. 34 Prozent erklärten, dass sie zu religiös seien, um nach der Waffe zu greifen. Die Wehrpflicht in Israel gilt für jüdische, drusische und tscherkessische Männer und Frauen ab 18 Jahren. Arabische Staatsbürger Israels sind hiervon ausgenommen. Männer dienen zwei Jahre und acht Monate, Frauen zwei Jahre lang. Aus religiösen Gründen kann man sich von der Wehrpflicht befreien lassen. 

Der Erfolg von Werbemaßnahmen für die Cyberabwehr im Land und Unterrichtseinheiten an den Schulen für die Cyberkrieger von morgen sind nun für Israel Segen und Fluch zugleich geworden. Der neue Traumberuf heißt: Cyberkrieger. Die IDF (Israel Defence Force) kann der Nachfrage in diesem Bereich nicht nachkommen. 

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