Kurdischer Führer gibt Mehrheit für Unabhängigkeit nach Referendum bekannt

Kurdischer Führer gibt Mehrheit für Unabhängigkeit nach Referendum bekannt
Kurden feiern ihre Abstimmung zur Unabhängigkeit in Duhok, Irak, 26. September 2017.
Die Mehrheit der Kurden stimmte in dem umstrittenen Referendum zur Unabhängigkeit mit "Ja". Die Wahlbeteiligung soll bei über 72 Prozent gelegen haben. Nach der Stimmabgabe feierten Kurden in Erbil ihre kurdische Identität. Die Abstimmung schürt die Sorge nach neuen Spannungen in der Region.

Rund 3,45 Millionen Stimmen wurden in der Frage zur Unabhängigkeit der Kurden abgegeben. Die Agentur Tass berichtet, dass davon 91,83 Prozent für die Abspaltung des kurdischen Gebiets im Norden des Irak stimmten. Masoud Barzani, Präsident der regionalen kurdischen Regierung, kündigte an in Bagdad für die Unabhängigkeit werben zu wollen. Er rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, den Willen von Millionen Kurden zu respektieren. 

Das Ergebnis ist rechtlich nicht bindend. Für die irakische Regierung ist die Abstimmung verfassungswidrig. Der irakische Vize-Präsident Nuri al-Maliki sagte, "das Referendum sei eine Kriegserklärung an die Einheit des irakischen Volks". Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan drohte mit Sanktionen und einer militärischen Intervention und der Iran schloss vorsorglich den Luftraum im Grenzgebiet sowie die Landesgrenze zum kurdischen Gebiet.

Kurdischer Mann zerstört seinen irakischen Pass nach Stimmabgabe: 

Masoud Barzani nach seiner Wahl zur Unabhängigkeit Kurdistans:  

Eine Fahrt durch Erbil:  

Mehr Lesen: Erdogan droht dem Irak mit militärischer Invasion