Briten haben Wunderwaffe: 3.000 IS-Terroristen getötet, aber keinen einzigen Zivilisten

Briten haben Wunderwaffe: 3.000 IS-Terroristen getötet, aber keinen einzigen Zivilisten
Ein Tornado-Kampfjet der Royal Air Force kurz nach dem Start. (Symbolbild)
Bei Luftangriffen auf den „Islamischen Staat“ hat Großbritannien nach eigenen Angaben über 3.000 Terroristen getötet. Dabei soll nicht ein einziger Zivilist versehentlich ums Leben gekommen sein. Zumindest gebe es dafür „keine glaubwürdigen Belege“.

Das britische Verteidigungsministerium behauptet, dass die von Drohnen und Kampfflugzeugen der Royal Air Force (RAF) abgeschossen Hellfire-Raketen zwischen dem Jahr 2014 und Juli 2017 im Irak 2.684 Kämpfer des „Islamischen Staates“ (IS) getötet haben. In Syrien wurden demnach seit dem Jahr 2015 insgesamt 410 IS-Kämpfer getötet. Gleichzeitig sagte das Verteidigungsministerium, es gebe „keine glaubwürdigen Beweise“, dass auch nur ein Zivilist dabei versehentlich ums Leben gekommen sei.

Das ist nicht das Gleiche, als würden wir sagen, dass wir es nicht getan haben oder nicht tun werden“, so das Verteidigungsministerium gegenüber Press Association (PA).

In Syrien kehrt das Leben in ehemals umkämpfte Gebiete zurück. Der Wiederaufbau des Landes rückt immer stärker in den Fokus der Regierungsmaßnahmen.

Laut der BBC hat die britische RAF in den ersten 100 Tagen dieses Jahres 216 Bomben und Raketen gegen den IS eingesetzt. Verfügt die britische Luftwaffe über Wunderwaffen, die ausschließlich Dschihadisten der Terrormiliz töten? Natürlich nicht, vielmehr verneint das Verteidigungsministerium alle Belege für zivile Opfer.

Dessen Angaben seinen „statistisch unmöglich“, so Chris Woods, Direktor der Plattform „Airwars“. Die Organisation wertet Luftangriffe sowohl Russlands als auch der US-Koalition gegen den IS in Syrien und im Irak aus. Es gebe keine Möglichkeit, dass unschuldige Menschen nicht bei den britischen Luftschlägen gegen den IS zu Schaden kamen.

Luftangriffe durch alle Parteien bleiben die Hauptursache des Leidens von Zivilisten im Irak und in Syrien“, sagt Woods.

„Die USA zum Beispiel haben etwa einen getöteten Zivilisten für jeden 40. ihrer Luftangriffe auf den IS eingeräumt.“ Laut einer Einlassung der USA vom Juni, wurden bei Luftschlägen der US-Koalition bis dato 484 Zivilisten getötet. Auch diese Zahl dürfte viel zu niedrig gegriffen sein, bombardiert die US-Koalition doch wie in der syrischen Stadt Rakka gezielt die zivile Infrastruktur – Schulen, Krankenhäuser, Moscheen, Flüchtlingslager und Wohnviertel.

Am Mittwoch veröffentlichte das britische Verteidigungsministerium Videoaufnahmen eines Drohnenangriffs vom Mai, bei dem ein IS-Scharfschütze mit einer Hellfire-Rakate ins Visier genommen wurde. Darin ist zu sehen, wie Zivilisten versuchen, dem Ort des Geschehens zu entkommen.

„Angesichts des rücksichtslosen und unmenschlichen Verhaltens unseres Gegners, einschließlich des absichtlichen Einsatzes menschlicher Schutzschilde, müssen wir akzeptieren, dass das Risiko unbeabsichtigter ziviler Opfer immer vorhanden ist“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums gegenüber PA.

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