USA wollen russische Zusammenarbeit in Afghanistan - Moskau fordert zuvor Stopp von Sanktionen

USA wollen russische Zusammenarbeit in Afghanistan - Moskau fordert zuvor Stopp von Sanktionen
Washington hat gesagt, dass es mit Moskau in Afghanistan kooperieren möchte, aber die US-Sanktionspolitik behindert eine mögliche Zusammenarbeit. Das könnte sich ändern, wenn die USA Strafpakete gegen Russland aufheben, sagte der russische Sonderbeauftrage für Afghanistan nach einem Treffen mit seinem US-Amtskollegen.

Alice Wells, US-Sonderbeauftragter für Afghanistan und Pakistan, brachte Washingtons „Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit uns in Afghanistan zum Ausdruck und erkannte gleichzeitig, dass der Bereich der Zusammenarbeit sehr eng ist“, erklärte Zamir Kabulow russischen Medien. Kabulow traf sich mit Wells am Mittwoch am Rande der UN-Generalversammlung in New York. Der russische Beamte legte nicht dar, wie sich die Zusammenarbeit gestaltet.

Kabulow wies darauf hin, dass Afghanistan einer der wenigen Bereiche ist, in dem zwischen Moskau und Washington eine „relativ schmerzfreie“ Zusammenarbeit möglich ist. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die westlichen Sanktionen gegen Russland die Möglichkeiten für eine Kooperation in dringenden internationalen Fragen einschränken.

„Wells versteht, dass es Sanktionen gibt, aber sie waren es, die sie eingeführt haben“, kritisierte Kabulow. „Ihr habt sie eingeführt, dann müsst ihr sie auch aufheben, wenn ihr mit uns kooperieren wollt.“

Der russische Beamte sagte Reportern, dass Russland schon bald Mi-35-Angriffshubschrauber an die afghanische Regierungsarmee zu verkaufen. „Die afghanische Regierung bat uns darum. Wir bieten es ihnen auf kommerzieller Basis an. Wir sind bereit, die Hubschrauber zu liefern“, erklärte Kabulow.

Das Pentagon hat 76 Milliarden US-Dollar für Waffen und Ausrüstung für die afghanische Armee und die Polizei seit 2001 ausgegeben. Das geht aus einem neuen Regierungsbericht hervor.

Insgesamt gab die US-Regierung schätzungsweise mehr als 700 Milliarden US-Dollar an Steuergelder für militärische Hilfe, Wiederaufbau und Wirtschaftshilfe für Afghanistan seit 2001 aus.

Russland erlaubte den USA und dessen Alliierte, russisches Territorium und Luftraum zu nutzen, um westliche Truppen in Afghanistan logistisch zu versorgen.

Moskau kritisierte den Plan der US-Administration unter Präsident Trump als „Sackgasse“, zusätzliche Truppen nach Afghanistan zu entsenden. Friedensgespräche mit den Taliban ist eine ungelöste Frage im afghanischen Konflikt. Das behindert die Aussichten der expandierenden US-Kampagne in Afghanistan.

Durch Taliban zerstörte Humvees der afghanischen Armee in der Provinz Helmand

Der russische Außenminister Sergej Lawrow wies im September darauf hin, dass der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit Zustimmung der afghanischen Regierung beschlossen hat, den Taliban die Aufnahme von Friedensgesprächen unter Bedingungen zu gestatten. Die Taliban müssen sich allerdings von ihren terroristischen Verbindungen lossagen, den bewaffneten Widerstand beenden und die Verfassung Afghanistans beachten, lauten die Voraussetzungen.

US-Außenminister Rex Tillerson sagte, Washington ist bereit, „Friedensgespräche zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban ohne Vorbedingungen“ zu führen. Im August sagte der US-Präsident Trump, nach einer „effektiven militärischen Kampagne wird es vielleicht möglich eine politische Regelung zu erreichen, die Elemente der Taliban in Afghanistan einschließt“.

Moskau klagt immer wieder das Scheitern der USA an, die wachsende Opiumproduktion Afghanistans zu stoppen. Afghanistan beliefert mittlerweile über 90 Prozent des konsumierten Heroins in der Welt. Die geschätzte Opiumproduktion in Afghanistan hat sich seit 2001 fast 25 Mal erhöht und erreichte im vergangenen Jahr 4.800 Tonnen, schreiben die Vereinten Nationen.