Moskau: US-unterstützte Kurden-Miliz verfolgt in Ost-Syrien gleiche Ziele wie IS - Kampf um Ölfelder

Moskau: US-unterstützte Kurden-Miliz verfolgt in Ost-Syrien gleiche Ziele wie IS - Kampf um Ölfelder
Der Vorstoß der US-unterstützten „Demokratischen Kräfte Syriens“ auf die Deir ez-Zor-Provinz verfolgt das gleiche Ziel wie der IS. Das erklärte das russische Verteidigungsministerium. RT Deutsch sprach mit einem Syrien-Experten Suliman Mulhem über die Hintergründe.

von Ali Özkök

Das Moskauer Verteidigungsministerium erklärte am Donnerstagmorgen, dass syrische Truppen von Gebieten aus angegriffen wurden, wo US-Streitkräfte und Kurdische Kämpfer der „Demokratischen Kräfte Syriens“ (SDF) stationiert sind.

Russland beobachtete die Verlegung von SDF-Kämpfern aus Rakka, wo die Terrormiliz „Islamischer Staat“ eingekesselt wird, in die Provinz Deir ez-Zor im Osten, kritisierte der russische Verteidigungsministeriumssprecher Igor Konaschenkow im Rahmen einer Stellungnahme.

"Die SDF-Kämpfer verfolgen dieselben Ziele wie die IS-Terroristen. Russische Drohnen und Geheimdienstberichte haben keine Konfrontationen zwischen dem IS und der ‚dritten Kraft‘, SDF, beobachtet“, gab Konaschenkow zu bedenken. Die „Demokratischen Kräfte Syriens“ werden von der PKK-nahen Kurden-Miliz YPG angeführt.

Er fügte hinzu, dass syrische Truppen mindestens zweimal aus Gebieten am östlichen Ufer des Euphrats von der SDF beschossen wurden. In diesem Zusammenhang betonte das Verteidigungsministerium, dass Russland derzeit eine Offensive gegen IS-Terroristen in diesem Bereich von Syrien gegen Terroristen des „Islamischen Staates“ durchführt.

„Russlands immer härtere Haltung gegenüber der kurdisch-geführten SDF ist auf das seit Längerem aggressive Verhalten der Gruppe in Deir ez-Zor zurückzuführen. Russland hält es für unangebracht, dass die SDF, wie sie es kürzlich in der Provinz getan hat, der syrischen Armee ‚rote Linien‘ setzt und regierungsfreundliche Kräfte anweist, den Euphrat-Fluss nicht zu überqueren“, sagte der britisch-syrische Journalist und Politikanalyst Suliman Mulhem gegenüber RT Deutsch, der für die Nachrichtenagentur Sputnik tätig ist. Mulhem fügte hinzu:

In den Gebieten nördlich des Euphrat-Flusses befinden sich große Ölreserven Syriens, darunter die Ölfelder von Al-Omar, die der Regierung wichtige Einnahmen für die Finanzierung öffentlicher Dienstleistungen und kleiner Wiederaufbauprojekte einbringen könnten. Der Versuch der Kurden, die Kontrolle über die natürlichen Ressourcen Syriens zu erlangen, belastet die Beziehungen immer weiter.

„Aus diesem Grund hat Russland unmissverständlich den Kommandanten der US-Streitkräfte auf dem Luftwaffenstützpunkt Al Udeid (Katar) gesagt, dass es keine Bombardierungen aus den Gebieten, in denen SDF stationiert ist, tolerieren wird“, sagte Konaschenkow.

Nach Angaben des Ministeriums setzten in den letzten 24 Stunden syrische Regierungstruppen „ihre offensive Operation" fort, um den letzten "IS-Brückenkopf" in der Nähe der Stadt Deir ez-Zor zu zerstören. Truppen unter Führung des syrischen General Suheil al-Hassan befreiten rund 16 Quadratkilometer Territorium und zwei Siedlungen am westlichen Ufer des Euphrat-Flusses.

„Mehr als 85 Prozent des Territoriums von Deir ez-Zor stehen unter der vollen Kontrolle syrischer Truppen. In der nächsten Woche wird die Stadt vollständig befreit werden“, sagte Konaschenkow.

Unterdessen ist die eingekesselte Stadt Rakka noch umkämpft. Noch immer beherrscht der IS rund 35 Prozent der Stadt, heißt es aus dem russischen Verteidigungsministerium. Im Januar 2014 nahmen die Dschihadisten die Stadt ein.