Hamas erklärt sich bereit Versöhnungsangebot der Fatah anzunehmen

Hamas erklärt sich bereit Versöhnungsangebot der Fatah anzunehmen
Palästinensische Polizisten mit Loyalität zur Hamas nehmen an einer Graduierungszeremonie in Gaza Stadt teil, Israel, 30. März 2017.
Die radikal-islamistische Hamas hat verkündet, ein Versöhnungsangebot des Rivalen Fatah, geführt von Mahmoud Abbas, anzunehmen. Seit dem Jahr 2006 besteht der Konflikt zwischen den beiden Gruppen. Die Fatah hatte immer einen absoluten Anspruch zur Vertretung palästinensischer Interessen gefordert.

Die Übernahme des Gazastreifens durch die Hamas liegt nun zehn Jahre zurück. In einem offiziellen Statement brachte die Hamas zum Ausdruck "die nationale Einigkeit erreichen zu wollen". Dies hat zur Folge, dass die Macht über den Gazastreifen an den palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas geht und das Verwaltungskomitee der Hamas aufgelöst werden wird. 

Der Konflikt zwischen den beiden Gruppierungen begann im Jahr 2006. Im darauffolgenden Jahr kam es zur Teilung der Palästinensischen Autonomiegebiete in den Gaza Streifen und das Westjordanland unter der Herrschaft der Fatah. Eine Versöhnung zwischen Hamas und Fatah stellt eine Abkehr vom Absolutheitsanspruch der Fatah dar. Dieser Entscheidung gingen Gespräche in Kairo voraus. In Israel wird das jüdische Neujahrsfest dieser Tage begangen.

Hamas will Gaza-Verwaltung abgeben - Fatah reagiert vorsichtig (Symbolbild)

Die Nachrichten der Versöhnung zwischen Hamas und Fatah sind kein Friedensangebot zum neuen Jahr. Denn die Hamas pocht weiterhin auf einen bewaffneten Widerstand gegen Israel und beansprucht das historische Palästina in seiner Gesamtheit. Israel und die Hamas führten im vergangenen Jahrzehnt drei Kriege gegeneinander. 

Für Israel ist die Hamas eine Terrororganisation. Während der Generalversammlung der Vereinten Nationen hieß Mahmoud Abbas den Schritt der Hamas willkommen, zeigte sich aber vorsichtig: 

Wenn dies ein Statement der Hamas ist, dann ist es ein positives Zeichen. Wir in der Fatah-Bewegung sind bereit, die Versöhnung umzusetzen. 

Elias Zananiri, Mitglied der PLO, sagte in einem Gespräch mit den australischen SBS-Nachrichten, dass die Hamas bereits jetzt ihre Ankündigung gebrochen hätten. Sie hätten Ahmad Hilles, Mitglied des Zentralkomitees der Fatah, davon abgehalten, den Gazastreifen Richtung Ramallah im Westjordanland zu verlassen, um einem Treffen mit dem Zentralkomitee beizuwohnen, welches den Friedensschluss zwischen den beiden Rivalen zum Thema hatte. Die 50.000 Rekruten der Hamas will die radikale Organisation im öffentlichen Sektor der palästinensischen Behörden sehen, um der Hamas letztendlich die Herrschaft über die palästinensischen Gebiete zu erlauben: 

Diese Leute werden zu Schläferzellen, welche die Hamas jederzeit nutzen kann, um in Zukunft die Führung in ihre Hände zu nehmen, nicht nur im Gazastreifen, sondern auch im Westjordanland. 

In dem Schritt der Hamas auf die Fatah zu kann auch eine Notwendigkeit gesehen werden, da die Hamas im isolierten Gaza an Zuspruch unter der Bevölkerung verloren hat. Es fehlt an Wasser, Nahrung, Gesundheits- und Stromversorgung.