Moskau: Stärkste Angriffe auf syrische Armee gehen von US-gestützten Kräften aus – nicht vom IS

Moskau: Stärkste Angriffe auf syrische Armee gehen von US-gestützten Kräften aus – nicht vom IS
Syrische Truppen beim Übersetzen über den Euphrat.
Die syrische Armee drängt den IS in Deir ez-Zor immer weiter zurück. Doch nicht die Terrormiliz leistet dem Vormarsch der Armee den größten Widerstand. Laut Moskau sind es vor allem die von den USA unterstützten Kräfte, die das Vorrücken der Armee stören.

Bei ihrem Versuch, die Stadt Deir ez-Zor und die gleichnamige Provinz von den Terroristen des so genannten Islamischen Staates (IS) zu befreien, erfährt die syrische Armee dem russischen Verteidigungsministerium zufolge vor allem aus jenen Regionen Beschuss, in denen bewaffnete Oppositionskräfte aktiv sind, die von den USA unterstützt werden.

Die syrische Armee setze dessen ungeachtet den Vormarsch auf das Euphrat-Tal östlich von Deir ez-Zor mithilfe der russischen Luftstreitkräfte fort, heißt es in der Erklärung des Ministeriums.

Laut Berichten von Kommandeuren der syrischen Armee erfolgen die schwersten Gegenangriffe und der massivste Beschuss aus dem nördlichen Teil der Region, der von den 'Syrischen Demokratischen Kräften' (SDF) im Verbund mit dort stationierten US-Spezialkräften kontrolliert wird, die den Militanten angeblich 'medizinische Unterstützung' leisten, anstatt Rakka zu befreien", erklärte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Generalmajor Igor Konaschenkow.

Kämpfer könnten Schleusen geöffnet haben

Er fügte hinzu, dass sich die syrische Armee mit unerwarteten Schwierigkeiten beim Überqueren des Euphrats konfrontiert sah. Der Wasserstand des Flusses sei innerhalb weniger Stunden überraschend angestiegen. Solche raschen Veränderungen des Wasserpegels könnten nur das Ergebnis eines absichtlichen Flutens durch das Öffnen von Schleusen der Staudämme sein. Diese stünden derzeit auch unter der Kontrolle der bewaffneten Gruppen, die von der US-geführten Koalition unterstützt werden, so der Generalmajor.

Washington nutzt Kampf gegen IS als Deckmantel

Laut dem Guardian sei Washington "entschlossen, die Entstehung eines 'iranischen Korridors' zu blockieren, der sich von Teheran nach Damaskus erstreckt". Die USA hätten daher die SDF dazu angestachelt, sich stärker auf die Provinz Deir ez-Zor zu konzentrieren, um einen solchen Korridor in der Grenzregion zum Irak zu verhindern. Entsprechend wollen die SDF auch das Euphrat-Tal erobern, wodurch die Gefahr einer offenen Konfrontation mit der syrischen Armee beträchtlich ansteigt. Am Montag erklärte die US-Koalition, sie werde sich und die SDF gegen alle Bedrohungen verteidigen – eine Warnung, die sich in erster Linie nicht gegen den IS richten dürfte.

Immer stärker tritt zum Vorschein, dass Washington unter dem Deckmantel des Kampfes gegen den IS seine geopolitischen Ziele in der Region mithilfe der SDF umzusetzen versucht. 

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